Längst hat sich das kunterbunte Narrenfinale in Friesen zum Besuchermagneten entwickelt. Startpunkt der Supergaudi war wie immer das obere Dorf. Von dort aus bahnten sich viele kleine und große Narren ihren Weg durch den Flößerort. Trotz Schmuddelwetter bot sich den Gästen am Wegesrand ein schön anzuschauendes Farbenspiel mit jeder Menge fantasievollen Kostümen, frechen Maskierungen sowie tollen Motivwägen mit einigen nett gemeinten Neckereien für die Kreisstädter. Sogar Petrus hatte ein Einsehen und schloss für die Dauer des Umzugs seine Schleusen.

Mitmachen war auch heuer für das närrische Völkchen Ehrensache. So schlossen sich wieder viele örtliche Vereine und Gruppierungen sowie "Nachwuchs-Flößer" dem Zug an. Schnell entstand eine richtige kleine Open-Air-Partymeile. Für die stimmungsvolle musikalische Begleitung des lustigen Narrenvolkes zeichnete einmal mehr der örtliche Musikverein verantwortlich, der den illustren Zug anführte.

Die Botschaften auf den Motivwagen waren eindeutig. "Wir Friesne sind schlau, denn das Rathaus is a scho in Bau", freuten sich die Bayern Fans über die neue Dorfscheune, für die sie schon einen besonderen Verwendungszweck hatten: "Im Friesne Altersheim zieht unser Bürgermeister ein." Dass derartige Projekte die Stadtkassen arg plündern, verdeutlichte der Männergesangvereins Cäcilia Friesen, der auf den prachtvollen Weihnachtsbaum verwies: "Kanna Äst döffe hou, oube schö müsse sei." Scheinbar war es dann mit der Schönheit doch nicht so weit hin, beschwerten sich die Sänger doch: "Es halfen weder Arznei noch Spritzen, mit Krücken musste man ihn stützen. Die Dorfscheune kommt der Stadt teuer. Jetzt spart sa scho am Christbaum heuer." Die Sangesfreunde traten als Knackis in Erscheinung - und das aus leider keinem erfreulichen Grund. "Freiwillig werden sie nicht kommen, drum werden sie jetzt festgenommen. Jeden Freitouch aufgepasst - müss me alla nein Desera-Knast", meinten sie und spielten damit auf den fehlenden Gesangsnachwuchs an. Zur Verdeutlichung zogen sie einen sich heftig wehrenden Häftling mit einem Seil hinter sich her. Glücklicherweise hatten sie noch eine andere, wesentlich angenehmere Taktik: "Neua Sänger kommen freiwillig nier - Wir ködern sa jetzt mit Freibier".

Durchwegs Grund zur Freude hatten dagegen die tüchtigen Floriansjünger, die strahlten: "Hurra, hurra. Der Stadtrat sagt ja: Unser neues Auto ist bald da." Einen zauberhaften Anblick boten die "Beckn-Weiber" als fruchtig süße, formschönen "Weinträubchen" wie auch die hinreißende Friesener Tanzgruppe.

Das Publikum klatschte, sang und wippte im Takt. Als dann die Sänger noch "So ein Tag so wunderschön wie heute" anstimmten, erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. Natürlich prasselte auch heuer wieder einen wahren "Brezelregen" vom Balkon des Backhauses Müller herab. Aber auch die Umzugsteilnehmer verteilten wieder jede Menge Süßigkeiten, Klopfer sowie Sekt, die dankbare Abnehmer fanden.

Bilder:

*Die Bayern Fans Friesen freuen sich über die neue Dorfscheune. *Die Beckn-Weiber traten heuer als süße Träubchen in Erscheinung. *Der Männergesangverein Cäcilia Friesen wünscht sich neue Sänger *Die Freiwillige Feuerwehr Friesen freut sich auf ihr neues Auto. *Brezelregen in Friesen *Der Männergesangverein Cäcilia Friesen beklagte den nicht ganz so schönen Weihnachtsbaum.