Eine alte Tradition, die über Jahrhunderte hinweg die Grundlage des Broterwerbs für viele Frankenwälder war, wollen die Flößervereine aus dem Landkreis Kronach lebendig erhalten. Am morgigen Samstag, 20. Oktober, findet um 14 Uhr das Flößertreffen statt. Zuständig für die Organisation ist die Flößervereinigung Friesen unter der Leitung ihres Vorsitzenden Georg Geiger.

Treffpunkt der Gäste ist nicht wie zunächst angekündigt das örtliche Pfarrzentrum, sondern der Saal der Dorfschenke gegenüber dem Backhaus Müller. Für die musikalische Umrahmung sorgt der Musikverein Friesen mit seinem Dirigenten Markus Schnappauf.

Neben Wallenfels, Unterrodach, Zeyern, Steinwiesen und Neuses war Friesen eine der Hochburgen der Flößerei. Die letzte gewerbsmäßige Floßfahrt fand 1958 von der Grümpel nach Friesen statt. Noch im gleichen Jahr konnte man außerdem eine Blöchertrift auf der Kronach verfolgen.

Als wirtschaftlicher und sozialer Faktor nahm die Flößerei in der ehemals selbstständigen Gemeinde Friesen, die bereits 1814 fast 700 Einwohner zählte, eine dominante Rolle ein. 1971 wurde die Flößervereinigung Friesen gegründet, die heute 70 Mitglieder zählt.


Flößertag war Höhepunkt


Seit der Gründung haben die Friesener so manches Traditionstreffen organisiert. Höhepunkt des Vereinslebens war 1994 die Ausrichtung des deutschen Flößertags. Überhaupt hat sich das Flair alter Zeiten im Ortskern, der sich um das Gotteshaus schmiegt, bis in unsere Zeit erhalten. Mit der Dorferneuerung ergeben sich für die Bewohner ausgezeichnete Chancen, das Ortsbild noch stärker auf das Althergebrachte einzustimmen. Die Einweihung der Floßlände im Jahr 2008 war für Friesen ein sehr erfreuliches Ereignis.

Die örtliche Flößervereinigung ist das ganze Jahr über bemüht, mit verschiedenen Aktivitäten der Traditionspflege gerecht zu werden. Dazu zählen neben der Maibaum-Aufstellung auch Floßfahrten zu verschiedenen Anlässen. Das bevorstehende Kreistreffen der Flößer ist eine weitere Bereicherung im Veranstaltungskalender.


Museum ist ein Kleinod


Ein Schatzkästchen der besonderen Art ist das Dorf- und Flößermuseum im ehemaligen Gemeinde- und Schulhaus. Um die Realisierung hat sich vor allem Ehrenfloßmeister Alfons Geiger verdient gemacht. Zusammen mit einigen Idealisten hat er rund 2300 ehrenamtliche Stunden in dieses Projekt investiert. Das Kernteam mit Alfons Geiger, Franz Geiger, Heinz Schmidt, Alois Fischer, Bernhard Geiger und Ottmar Zwingmann, unterstützt durch Alfons Stumpf, Helmut und Wendelin Altmann, Gerold Burger und weiteren ehrenamtlichen Helfern, hat eine ausgezeichnete Arbeit geleistet. Auf 180 Quadratmetern können einige Tausend Exponate aus alter Zeit bewundert werden.

Das Museum ist immer wieder Anlaufpunkt für viele Schulklassen. Und die Schüler haben stets respektvoll zugehört, wenn über die Leistungen der Vorfahren geredet wurde, die bei Wind und Wetter alles riskiert haben, um der Familie das Überleben zu sichern.

Die ehemaligen Flößer und ihre Nachkommen freuen sich auf das nächste Treffen in Friesen, bei dem wieder Erinnerungen ausgetauscht und der ehemalige Broterwerb, der von den Männern auf dem Wasser alles forderte, in Ehren gehalten wird. Mit einer zünftigen Brotzeit wird die Traditionsveranstaltung ausklingen, die 1969 von Landrat Edgar Emmert ins Leben gerufen wurde.