• Historischer Fund in Friesen (Landkreis Kronach)
  • Teil des ehemaligen Mühlgrabens freigelegt
  • Wohngebäude mit Mahlmühle bereits 1803  errichtet
  • Grabungsfirma begleitet fortan Erdarbeiten
  • Untersuchungen: Archäologen hoffen auf weitere Befunde

Im oberfränkischen Friesen, einem Gemeindeteil von Kronach, ist Arbeitern bei Erdeingriffen eine historische Entdeckung geglückt. Vergangene Woche wurden bei Bodenarbeiten für die Abwasser- und Regenwasserentsorgung Spuren von Mauerwerk aufgedeckt. Das berichtet das Stadtarchiv Kronach am Freitag (16. Juli 2021). Infolge des Funds wurde die Grabungsfirma "Archäologische Dokumentation Scherbaum" aus Bamberg kontaktiert. 

Grabung in Friesen: Archäologen begleiten Erdarbeiten nach historischem Fund

In Friesen finden derzeit im Bereich des Ortskerns "Am Plan“ Maßnahmen zur Dorferneuerung statt. Seit vergangenem Montag (12. Juli 2021) werden die Erdarbeiten nun durch die Archäologen Andrea Popp, Dr. Holger Fries und die Grabungstechnikerin Eva Uihlein begleitet.

"Wie sich herausgestellt hat, wurde bei den Erdarbeiten ein Stück des verfüllten Mühlgrabens freigelegt", heißt es vonseiten des Kronacher Stadtarchivs. Im Grabungsschnitt ist demnach das massive Ziegelfundament einer Transmission sichtbar. Es wird vermutet, dass der Wasserlauf angestaut und mithilfe dieser Vorrichtung geöffnet werden konnte. Das eiserne Antriebsrad war bereits beim Aushub durch die Baufirma aufgefunden worden.

Die Geschichte der Mühlen in Friesen geht bis in das 15. Jahrhundert zurück. 1507 besaß Heinz Mulner die Mahlmühle und die danebenliegende Schneidmühle in der Dorfmitte. Die zweite Schneidmühle zwischen Steinberg und Friesen, die Neumühle, wurde erstmals 1461 erwähnt.

Stadtarchiv Kronach: Wohngebäude mit Mahlmühle bereits 1803 errichtet

Dem Stadtarchiv zufolge stand bis Mitte der 1970er-Jahre an dieser Stelle das Mühl-Anwesen Kaiser (Hausnummer 7), "das vielen älteren Einwohnern noch in Erinnerung sein dürfte". Das Wohngebäude mit einer Mahlmühle wurde 1803 von Adam Müller errichtet und war ab 1905 im Besitz der Familie Kaiser. Anfang des Jahres 1976 erwarb die Gemeinde das Anwesen.

Aufgrund von Planungen für einen großzügigen Kirchweihplatz und eine verbesserte Auffahrt in das obere Dorf wurde das denkmalgeschützte Haus im März 1977 abgerissen und das Gelände planiert. Das zum Komplex gehörende Sägewerk und die Nebengebäude waren schon einige Monate zuvor abgebrochen worden.

"Die weiteren archäologischen Untersuchungen werden zeigen, ob noch ältere Befunde zutage treten", erklärt das Stadtarchiv.

Erst vor Kurzem machten Archäologen eine spektakuläre Entdeckung unweit eines abgebrannten Klosters. Bei einer Grabung im Landkreis Lichtenfels stießen sie auf ein bislang unbekanntes Mauerwerk.