Die Kreistagsfraktion und der Kreisvorstand der Freien Wähler haben sich in einer Sitzung am Donnerstag sehr eingehend mit der möglichen Ausweisung des Frankenwaldes als Nationalpark beschäftigt, wie sie in einer Pressemitteilung feststellen. Als Gast konnte dabei Landtagsvizepräsident Peter Meyer, MdL, begrüßt werden.

"Grundsätzlich ist es wichtig, dieses Projekt, welches enorme Auswirkungen auf unseren Landkreis haben kann, sachlich und objektiv zu diskutieren", so Kreisvorsitzender Tino Vetter und Kreistagsfraktionsvorsitzender Stefan Wicklein in der gemeinsamen Mitteilung. Man müsse bedenken, dass im Kreis nicht nur sehr viele Menschen im, sondern auch vom Frankenwald leben. "Deren Sorgen und Ängste gilt es, sehr ernst zu nehmen."


Klare Aussagen nötig

Eine abschließende Bewertung ist aus Sicht der Freien Wähler derzeit nicht möglich, da die Faktenlage ihrer Ansicht nach sehr dürftig ist. Hier schulde die Bayerische Staatsregierung der Region klare Aussagen dazu, wie beispielsweise mit den Menschen umgegangen wird, die derzeit von der Forstwirtschaft im Staatswald oder vom Rohstoff Holz leben. "Sie dürfen nicht am Ende die Verlierer sein."

Auch wurde kritisch hinterfragt, ob der Frankenwald als traditioneller Wirtschaftswald die gesetzlichen Voraussetzungen für einen Nationalpark erfüllt oder ob ein solcher Zustand erst nach vielen Jahrzehnten erreicht werden kann. "Gerade diese Entwicklungsphase kann zu großen Problemen für den Frankenwald als Tourismusregion führen, wenn zwischenzeitlich Wälder durch Umwelteinflüsse und Schädlinge vernichtet werden und brach liegen."


Grobkonzept gefordert

Auch die tatsächlichen Nutzen des Nationalparks für die Region lägen noch nicht klar auf der Hand. Allgemeine Aussagen zu Wirtschaftskraft und Tourismus müssten konkretisiert werden. "Darüber hinaus sind klare und verbindliche Zusicherungen erforderlich, wie der Landkreis und seine Infrastruktur dadurch langfristig gefördert werden können und welche konkreten Investitionen getätigt werden sollen."

Die Freien Wähler erwarten daher eine Grobkonzeption mit den angesprochenen Punkten. Vor dem Einstieg in die Konzeptphase wird eine schriftliche Zusicherung der Staatsregierung erwartet, dass, auch bei Eintritt in die Konzeptphase, letztlich die Region und die betroffenen Gemeinden selbst entscheiden, ob sie den Nationalpark wollen oder nicht. Die Freien Wähler werden das Dialogverfahren in den nächsten Tagen und Wochen sehr kritisch begleiten und weitere Gespräche mit Betroffenen führen. Auch ist eine Vor-Ort-Information in einem bestehenden Nationalpark geplant.