Im vollbesetzten Zelt herrschte Stille, als der Kreisheimatpfleger und Stadtarchivar Siegfried Scheidig beim Festkommers zum 600. Jubiläum von Lauenhain Bilder ab dem Jahr 1890 bis in die Gegenwart präsentierte. Gezeigt wurden unter anderem das Forsthaus, die Einkehr "Friedrichsruh" an der Ziegelhütte, das Freibad, der Steinbruch und das Steinbacher Bahnhofsgebäude, das einst zu Lauenhain gehörte. Anhand der Fotos vermittelte Scheidig auch ein Bild vom einstigen Dorfleben und davon, wie hart die Lauenhainer früher ihr Brot verdienten mussten.

Gezeigt wurde die mühselige Arbeit in der Landwirtschaft, als es keine Traktoren gab, oder von den Leuten, die täglich zu Fuß nach Lehesten in Thüringen in den Schieferbruch gingen. Eindrucksvoll waren auch die Bilder von Melkkursen, Trachtenkirchweihen, der Grenzziehung und -öffnung.
Während der Festtage bestand die Möglichkeit, sich anhand von Schautafeln auf dem Festplatz - Siegfried Scheidig stellte dort über 200 Bilder aus - in aller Ruhe mit der Geschichte des Dorfes zu befassen.


"Ein blitzsauberes Dorf"

Landrat Oswald Marr (SPD), der die Schirmherrschaft übernommen hatte, bezeichnete Lauenhain als ein "blitzsauberes Dorf", dass sich schon vor 50 Jahren so präsentiert habe. Die 600-Jahr-Feier dieses Dorfes bezeichnete er als einen besonderen Anlass. Er sprach von der Vergangenheit: "Wenn wir uns mit dieser und mit den Erfahrungen früherer Generationen beschäftigen, wappnen wir uns für die Gegenwart und die Zukunft." Marr erwähnte das Jahr 1928. Damals beschrieb ein gewisser Oberlehrer Thieroff Lauenhain, als ein Frankenwalddorf, dessen Bewohner ein Mustergebiet der Landwirtschaft geschaffen hätten. Heute noch bleibt "Lauenhain für die Lauenhainer erlebte und gelebte Heimat pur."

Auch Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD), der den Vorsitz des Festausschusses inne hatte, zeigte seine Verbundenheit zu seinem Dorf. Er sprach von der ersten Erwähnung im Jahr 1414 und von der Handelsstraße, die vorbeiführte und die bedeutenden Städte Nürnberg und Leipzig verband. Er wies darauf hin, dass Lauenhain im Jahr 1953 insgesamt 435 und derzeit 190 Einwohner hat. Noch heute seien viele Zeugnisse vergangener Zeiten vorhanden. Ehrhardt sprach von einer wechselvollen Geschichte mit Höhen und Tiefen, von Freude und Leid der Bewohner und ihrem Willen, ihr Leben zu meistern und es zu etwas zu bringen.


Chorgemeinschaft musiziert

Der Bürgermeister lobte die Lauenhainer, die immer wieder durch gemeinsame Anstrengungen versuchten, ihren Ort lebenswert und liebenswert zu erhalten. Er sprach von einer Identität und Verbundenheit der Einwohner. Er wies auch darauf hin, dass die Kommune in den vergangenen zehn Jahren 1,3 Millionen Euro in Infrastruktur und Gebäude investiert habe.

Ortssprecher Stefan Grüdl bedankte sich bei allen Mitwirkenden und Organisatoren. Musikalisch umrahmt wurde der Festkommers von der Chorgemeinshaft Lauenhain/Haßlach mit ihrer Dirigentin Maria Lindenberger.