Florian Traut schold muss doch wirklich kurz nachdenken. Merkwürdige Anforderungen gebe es immer mal wieder, sagt der 33-Jährige, will sich gerade grübelnd auf dem Stuhl zurücklehnen und die Arme verschränken, da fällt ihm die Sache mit dem Käse ein. Es sei schon eine Weile her, da wollte ein Künstler unbedingt eine ganz spezielle Sorte Käse.

Welche, das weiß Trautschold jetzt nicht mehr, aber dass er damals extra mit seiner Frau nach Bamberg in einen Feinkost-Bioladen gefahren ist, um das kuriose Milcherzeugnis zu besorgen, daran erinnert er sich. Er lächelt kurz, aber nicht über die teils absurden Wünsche der Künstler, die ihm in seinem Veranstaltungsservice angetragen werden.


Von der Kunst des richtigen Tons

"Dass mal ein Künstler 40 bis 50 Handtücher am Abend braucht, dass ist branchenüblich", sagt der Kleintettauer.
Am schwierigsten seien meist die unbekannteren Künstler. Aber egal ob Rainhard Fendrich, Christina Stürmer oder da Blechhauf'n, entscheidend sei immer, wie man den Künstlern entgegenkomme. Über 1000 hat Traut schold derzeit in der Datenbank seines "Live Veranstaltungsservice". Beginnend bei Zauberern über Alleinunterhalter bis hin zu namhaften Künstlern. Es sei wohl auch ein kleiner Vorteil im Umgang mit der kreativen Zunft, dass er selbst einmal ein Teil davon war.

Mit seiner Frau Stefanie spielte der studierte Diplom-Musiker in einer Band und später im Orchester. Er Trompete, sie Querflöte. Die Kontakte aus der Zeit halfen, als sich die beiden vor neun Jahren mit dem Veranstaltungsservice selbständig machten. Erst richteten sie nur Künstlerevents aus, dann kamen immer mehr Anfragen von Firmen und schließlich mussten sie vergangenes Jahr eine Lagerhalle mieten für das ganze Equipment und die Technik. Den Gasthof Treuner und die Diskothek Brünnla in Rothenkirchen hat Trautschold vor ein paar Monaten übernommen. Die meisten würden entweder nur Catering oder nur Event machen. Alles in einem Haus zu haben, sei schon etwas besonderes, erklärt er.


Egal ob klein oder groß

Für über 300 Veranstaltungen werden die knapp 20 Beschäftigten in diesem Jahr Bühnen und Locations anmieten, das Catering und den Kartenvorverkauf organisieren, Einladungen und Werbekampagnen erstellen, die Technik prüfen und die Zuschauer briefen, ganze Säle oder kleine Oasen dekorieren. "Wenn jemand ein Candle-Light-Dinner auf seinem Balkon will, dann machen wir das auch", sagt Trautschold.

Am spannendsten seien die großen Firmen-Events. Wenn der Auftraggeber die Gästeliste per Exceltabelle vorlege, der Transport der internationalen Gäste organisiert werden müsse und einfach nichts schiefgehen dürfe. "Daran wirst du dann gemessen", sagt Trautschold und lehnt sich in seinem Stuhl zurück.

In der Branche läuft das meiste über Empfehlungen. Am Montag, nach dem "Supertalent"-Finale, rief Sebastian Stamm bei Trautschold an. Der Mastakrobat wurde zweiter bei der Castingshow. Das war vor drei Jahren, seitdem tourt er durch ganz Europa. Auch die Hip-Hop-Tanzgruppe Keramika, kam nach ihrer Halbfinalteilnahme bei "Got to Dance" auf Trautschold zu. Etwa ein Dreiviertel Jahr vergehe von der ersten Anfrage bis zum Auftritt. Bei Rainhard Fendrich habe es knapp ein Jahr gedauert, den hat Trautschold selbst angefragt.

Kein Tag sei wie der andere, nichts sei stabil. Manchmal mache man zwei Tage durch und die Schlösser und Burgen in der Region habe er alle schon als Location gehabt. Zu sehen, dass es den Gästen gefällt, das entschädige für den ganzen Stress im Vorfeld. "Unser größter Anspruch ist, dass nach außen alles passt", sagt Florian Trautschold.

Manchmal ist es auch wichtig, dass innen alles passt. Die Hochzeit von ihm und seiner Frau war ganz einfach, kein großes Event. In der Wirtschaft in Kleintettau."Für uns war es perfekt", sagt Stefanie Trautschold, lächelt ihren Mann an, der sich inzwischen überlegt, welches Event er denn gerne mal organisiseren würde. Er muss nicht wirklich lange nachdenken, lacht und sagt: "Die Weihnachtsfeier des FT."