Das melancholische Spiel der Laute, mit einem darüber schwebendem Sopran, erfüllte die Kronacher Christuskirche. Es war eine außergewöhnliche Kombination einer glockenhellen Stimme von Veronika Burger und den gezupften Klängen von Daniel Kurz.

Glück, Ekstase, Liebeskummer, Zurückweisung, Eifersucht - glückliche und unglückliche Gemüter: Mit Barockmusik aus der Feder von John Dowland, Barbara Strozzi, Francesca Caccini und Benedetto Ferrari widmete sich das Duo Roccabreve aus Berlin der Klaviatur der dazugehörigen Gefühle. Sehnsucht und Glück, aber auch Liebesleid und Melancholie.

Liebe auf den ersten Ton - so könnte man die Begeisterung des leider relativ kleinen Zuhörerkreises für den Zusammenklang ausdrücken. Das Zitat aus dem biblischen Hohelied "Denn ich bin krank vor Liebe" lag als Text den Melodien zugrunde.


Das Programm war auf hohem Niveau, in verschiedenen Konstellationen, mal als Duett, mal als Instrumentalsolo. Es war Musik zum Eintauchen und Loslösen von der Hast des Alltags. Die Liebeslieder in englischer und italienischer Sprache, von denen die Sängerin einige zum besseren Verständnis ins Deutsche übersetzte, erzählten von der Liebe in allen Facetten.


Musik des Himmels

Die Sopranistin bestach durch klare Linienführung und einen weich fließenden Gesamtklang. Ihr Pendant an der Laute beziehungsweise Theorbe mit dem charakteristischen verlängerten Hals spielte höchst konzentriert.
Zu jeder Zeit war eine Verbundenheit zwischen ihm und seinen barocken Saiteninstrumenten zu spüren, über die er auch so manch interessantes Detail zu erzählen wusste. Die Laute zum Beispiel sei jahrhundertelang das beliebteste Musikinstrument Europas gewesen.
Ihre Musik nannte man "La Rhetorique de Dieux" - die Sprache der Götter. Warum dem so war, verdeutlichte der hoch anerkannte Lautenist. Mit feinem Gespür für Klangausgleich schuf er den Grund, auf dem sich die Stimme von Veronika Burger entfalten konnte. Die Vertrautheit der beiden Künstler, die im In- und Ausland studierten und sich einer internationalen Konzerttätigkeit erfreuen, war dabei stets allgegenwärtig. Bei seinen Soli erwies sich der Musiker als selbstbewusster Lautenist, der sein Publikum in eine Lautenklangwelt entführte, die zum Träumen anregte.


Im Schutz des Gotteshauses

Mit dem Konzert war es dem evangelischen Dekanat Kronach-Ludwigsstadt gelungen, mit einem besonderen kulturellen Angebot den Veranstaltungskalender der Lucas-Cranach-Stadt zu bereichern. Das Konzert sollte ursprünglich im neuen Gemeindehaus an der Christuskirche stattfinden, wurde aber aufgrund der an diesem Tag subtropischen Temperaturen in das kühle Gotteshaus verlegt. Die Gäste waren von Dekanatskantor Marius Popp begrüßt worden. Dieser zeigte sich erfreut, dass das Programm viele Stücke aus der Feder von Komponistinnen umfasste, was eher selten der Fall sei. Er selbst spiele beispielsweise gerne Orgelstücke von Clara Schumann oder Fanny Hensel, geborene Mendelssohn. Diese hätte eine ganz eigene Art zu komponieren.

Losgelöst, berührt, verzaubert - so fühlte sich das Publikum, das nicht genug bekommen konnte von dem Duo, das Musik und die schönen alten Lieder schätzt. Belohnt wurden die applaudierenden Besucher mit dem Stück "Come again, sweet love" von John Dowland.