115 Schüler traten in diesem Jahr am Kaspar-Zeuß-Gymnasium zur Abiturprüfung an. 114 davon haben bestanden. Max Hollendonner erreichte die Traumnote 1,1.

"Damit habe ich nicht gerechnet", freute sich der Steinwiesener. Bei einem Gespräch erzählt er, dass er nach seinem mittleren Bildungsabschluss an der Siegmund-Loewe-Realschule in die Einführungsklasse des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums gewechselt ist.

Blickt er auf die vergangenen Jahre zurück, so spricht er von viel Arbeit und Lernen. Er betont aber auch, dass er bei all den Anstrengungen seinen Hobbys wie Schwimmen und Musik nachgehen konnte. Max Hollendonner schrieb in den Fächern Mathematik, Deutsch und Physik seine Reifeprüfung. In Englisch und katholischer Religion wurde er mündlich geprüft.

Lob für die Lehrer

Dass er als einstiger Realschüler so ein Traumergebnis erzielen konnte, begründet er zum einen mit seiner eigenen Leistung, zum anderen aber auch mit den Lehrern am KZG. Die hätten es verstanden, den erforderlichen Lernstoff den Schülern in verständlicher Art und Weise zu vermitteln.

An den Prüfungstagen sei er "cool" geblieben. "Die Nervosität hielt sich in Grenzen, erinnert er. Das lag wohl daran, dass er sich konzentriert auf diese anstrengenden Tage vorbereitet hat. "Jetzt bin ich stolz, glücklich und zufrieden, aber nicht überheblich!"

Max Hollendonner wird nun für ein Jahr zum Marinemusikkorps nach Kiel gehen, um seine Kenntnisse zu vertiefen. Seit Jahren ist er beim Musikverein Steinwiesen als Trompeter aktiv, außerdem hatte er seinen festen Platz im Kreisauswahlorchester und im Schulorchester. Während den Herbstferien habe er, so Hollendonner, in Kiel ein Praktikum beim Marinemusikkorps absolviert und seitdem "bin ich sehr begeistert".

Danach will er Physik studieren. Dieses Fach mit den naturwissenschaftlichen Zusammenhängen interessiere ihn sehr, verrät er und während er spricht, merkt man: Max Hollendonner ist ein junger Mann, der seine Chancen nutzen will.

Abschied von den Weggefährten

Ein Wermutstropfen bleibt: Am Freitagabend hieß es bei der offiziellen Verabschiedung im Schützenhaus auch Abschied nehmen von langjährigen Wegbegleitern, von Freunden und Lehrern. "Die Schulzeit war eine schöne Epoche, die mich auch in meiner Persönlichkeit geprägt hat. Eine Zeit, die ich nicht missen möchte!"

Von den 114 Schüler erreichten elf einen Notendurchschnitt von 1,5 oder besser. Der Gesamtdurchschnitt betrug 2,36.

Schulleiterin Renate Leive erinnerte in ihrer Rede an die schulische Laufbahn der jungen Leute. Seit fünf Jahren sei die Schule nun eine Baustelle. Manche Absolventen konnten in den Anfangsjahren die "Schnitz- oder Malkunst" ihrer Eltern bewundern. Sie erinnerte an das Skilager in der achten Klasse und an verschiedene Auftritte.

Das Leben als Baustelle

Leive bezeichnete die Schulzeit und das Leben als eine Baustelle. "Sie haben begonnen, Ihr Haus zu bauen!" Sie wünschte den Jugendlichen die Fähigkeit, den Bogen zu spannen, vom ersten Spatenstich auf der Baustelle ihres Lebens bis hin zum nie ganz vollendeten Bauwerk. "Werden Sie zu Architekten Ihrer Zukunft!"

Stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Susanne Hetz forderte die Jugendlichen auf, den Plan vom Haus nicht zu vergessen. Als Mutter eines Abiturienten werde sie nie die bewegenden Momente vergessen, als der Nachwuchs auf Traktor und Anhänger durch die Stadt fuhr. Sie dankte ihrem Sohn, durch den sie "so viele junge Leute kennen lernen durfte". Und sie riet: "Lasst Euch nun zeigen, wie eine Waschmaschine funktioniert!"

Annika Dressel und Johannes Kestel sprachen im Namen der Abiturienten. In der fünften Klasse, so erinnerten sich beide, sei die Angst vor den fiesen Sprüchen der Oberstufenschüler groß gewesen. Sie sprachen vom Zeltlager in den Tiefen des Frankenwalds, als sie nach fünf Tagen in der Wildnis in die Zivilisation zurückkehrten.

Sie erwähnten den demografischen Wandel, dem glücklicherweise durch die Migration von "Realschulflüchtlingen" entgegengewirkt wurde. Erst habe sich eine Parallelgesellschaft entwickelt, in der Oberstufe sei allmählich die vollständige Integration gelungen. Anhand der geschlossenen Freundschaften merke man: "Integration und Offenheit zahlen sich aus!"

Ihr Dank galt den Lehrern am KZG, der Verwaltung und dem Hausmeister. Danke sagten die beiden aber auch ihren Eltern für die Unterstützung, die sie bisher erfahren haben.

Nach den Reden wurden die elf besten Schüler durch den weiteren stellvertretenden Landrat Bernd Steger ausgezeichnet. Dabei kündigte er an, dass die Abiturfeier in 2016 wieder im Kreiskulturraum stattfinden wird, "sofern es Gott will!"

Friedrich Thaler vom Freundeskreis ehrte zuvor die Schüler, die sich außerhalb des Unterrichts an der Schule engagiert haben. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Schulband, der Big Band und der Percussionsgruppe.

Eine Eins vor dem Komma

Folgende Schüler haben ein ein "Einserabitur": Maximilian Holllendonner (Steinwiesen), 1,1, Sarah Schlick (Haig), 1,3; Lisa Köstner (Marktrodach), Adrian Büttner (Hirschfeld), Anne Jügling, David Gareis (beide Kronach), Lisa Stärker (Ebersdorf), Nina Tröbs (Ludwigsstadt) alle 1,4; Felicitas Geiger (Marktrodach), Anja Limmer (Tüschnitz), Christian Schmitt (Ludwigsstadt) alle 1,5).

In diesem Jahr legten zum vierten Mal Schüler der ehemaligen Einführungsklasse, die nach dem Erwerb der Mittleren Reife in der zehnten Klasse ans Gymnasium wechselten, ihr Abitur am KZG ab. Zehn davon sind Einser-Schüler.