Den Auftakt bildet am heutigen Donnerstag ein Kirchweih-Konzert mit den "Goldkehlchen".
Die neue Außenfassade der Kirche im warmen Gelb-Orange leuchtet mit der Sonne um die Wette. Die Pforte im markanten Grün lädt zum Eintreten förmlich ein. Keine Frage: Die Michaelskirche in Unterrodach erstrahlt nach ihrer Renovierung - nicht nur sprichwörtlich - in neuem Glanz. Wie mag das schmucke Gotteshaus erst wirken, wenn seine Außenseite Donnerstagnacht erstmals von Bodenstrahlern in ein sanftes Licht getaucht wird?


Turmgebälk ersetzt

Nach Turm und Dach im Jahr 2014 wurde nun auch die Außenfassade der Kirche renoviert. Der vor vier Jahren beginnende erste Bauabschnitt umfasste die Renovierung des Turmes sowie des Daches. Das Gebälk des Turmes musste zum Teil ersetzt werden. "Vor der Renovierung hat sich beim Läuten der Glocken immer der Turm bewegt. Die Holzkonstruktion war derart marode, dass sie grundsaniert werden musste", erklärt Pfarrer Andreas Krauter. Das Dach habe sich ebenfalls in einem schlechten Zustand befunden. Es wurde neu gedeckt. "All diese Arbeiten wurden in handwerklicher Perfektion und Schönheit ausgeführt", zollt er den tüchtigen Handwerkern Anerkennung. Die Renovierung der Außenfassade hatte man aus finanziellen Gründen zunächst zurückgestellt.
Nachdem aber beim Bauabschnitt I der Kostenrahmen gut eingehalten worden sei, konnte man heuer ab Ostern auch den zweiten Bauabschnitt angehen. Zuvor waren zwei Jahre ins Land gezogen, insbesondere für das Einholen von Genehmigungen. Umso mehr freut man sich nun über das gelungene Ergebnis. Beim neuen Anstrich der Außenfassade handelt es sich zwar um die gleiche Farbe wie vorher, jedoch hatte diese im Laufe der Zeit ihre Intensität eingebüßt.
"Zu Beginn des zweiten Bauabschnitts wurden die neuen Bodenstrahler installiert, die künftig die Fassade am Wochenende anleuchten werden", freut sich der Pfarrer. Die Anstrahlung erfolgt vom Boden senkrecht nach oben. Dies hat auch symbolischen Charakter - als "Hinweis" an die Gläubigen, stets ihr Blickfeld nach oben zu richten. Die Fassade wurde im Vakuum-Verfahren gereinigt, grundiert und neu angestrichen. Die Kirchenfenster wurden überarbeitet.
Dabei wurden die Metallrahmen entrostet und sie erhielten einen neuen Anstrich. Auch das prägnante Grün der Pforte behielt man bei. "Das Grün soll uns den Weg weisen: Hier geht's rein. Hier befindet sich ein Schatz", so der Pfarrer, der Wert auf eine offene Kirche legt. Auch unter der Woche wird die Michaelskirche jeden Morgen aufgeschlossen.


Spendenaktion

Der erste Bauabschnitt - Renovierung Turm und Dach, Holz- und Sprenglerarbeiten - konnte mit einem Kostenvolumen von 420 000 Euro abgeschlossen werden. Damit blieb man im Kostenrahmen und sogar leicht unter den Schätzkosten. Der zweite Bauabschnitt - Außenfassade und Beleuchtungsinstallation - war mit Gesamtkosten von 110 000 Euro geplant. Bei beiden Bauabschnitten erhielt man großzügige Fördergelder durch die Oberfrankenstiftung sowie - als größten Zuschussgeber - der Landeskirche. Der Bauabschnitt I wurde auch vom Markt Marktrodach bezuschusst. Eine Bezuschussung seitens des Marktes für Bauabschnitt II ist beantragt, wobei man hier wiederum auf eine Förderung hofft. Es wurde auch eine Spendenaktion gestartet.
Sowohl mit dem Architekten Dietrich Scheler als auch den bausausführenden Firmen habe man sehr gut zusammengearbeitet und sich gut abgestimmt. Der Bauzeitenplan wurde auf den Punkt eingehalten. "Es war unser Ziel, zur Kirchweih fertig zu werden; und das hat geklappt", lobte Krauter. Mit Spannung erwartet wird die neue Außenbeleuchtung, die im Anschluss an das am heutigen Donnerstag um 20 Uhr beginnende Kirchweihkonzert erstmals das Gotteshaus zum Leuchten bringen wird. Die Lemberger "Goldkehlchen" haben ihr Tournee-Programm umgestellt, um nach dem gefeierten Auftritt vor einem Jahr erneut am Kirchweih-Wochenende in Unterrodach gastieren zu können. hs