Es bröckelte und bröselte schon seit einiger Zeit aus dem Gefach, den gefüllten Räumen zwischen den Fachwerkbalken, des alten Hauses am Melchior-Otto-Platz. Gestern Vormittag lösten sich größere Gesteinsbrocken und stürzten auf den viel genutzten Geh- und Fahrweg, der durch die Brunnensanierung stark eingegrenzt ist. Besorgt rief Nachbar Hanns Eydmann das Ordnungsamt und die Feuerwehr. Die Kronacher Wehr rückte mit einer Drehleiter an und brach alle lockeren Fachwerkteile und angefaulten Holzbalken heraus, so dass eine unmittelbare Gefahr für den Moment ausgeschlossen werden kann, wie der Sachgebietsleiter für öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt, Herbert Eisentraudt, erklärte.
Er verwies darauf, dass Hauseigentümer und Stadt gefordert sind, schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen und vor dem Grundstück den Bereich abzusperren. Im Untergeschoss des Hauses ist ein Irish Pub, der in den Abendstunden von zahlreichen Gästen aufgesucht wird.
Der Melchior-Otto-Platz sowie die Obere Stadt sind geprägt von Fachwerk- und Steinhäusern. Zahlreiche Häuser werden rund um die Ehrensäule restauriert. Der Durchgangsverkehr führt über den Platz in der Oberen Stadt und das Bamberger Tor zur Schwedenstraße. "Da werden 200 Meter gespart, wenn man hier herüber fährt, statt durch die Unterstadt", erklärt leicht ironisch Hanns Eydmann, der eines der ältesten Häuser am Melchior-Otto-Platz besitzt.

Keine akute Gefahr


Zurzeit kann eine akute Gefahr ausgeschlossen werden, dass weitere Teile her ausbrechen. Doch bei Regen oder Sturm kann sich die Lage verschärfen, erläutert Eisentraudt, der sich aus der Kabine der Drehleiter ein Bild vor Ort verschaffen konnte. Festgestellt wurde dabei, dass im morschen Gebälk Tauben nisten und durch Kot und Nestbau weitere Schäden entstehen. Am frühen Nachmittag hatte die Stadt gehandelt und den Gehweg, der am Gebäude entlang führt, mit einem Bauzaun abgesperrt. Die Erben des verstorbenen Hausbesitzers, einem Architekten, waren gestern telefonisch nicht erreichbar.