Das Crana Mare wird dort bleiben, wo es ist. Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) zerstreute mit dieser Feststellung die Befürchtungen mancher Bürger, ein Neubau könnte auch einen Umzug der Freizeitanlage bedeuten. Und dass es ein Neubau wird, steht seit Montag fest. Eine Sanierung war in der Ratssitzung kaum mehr ein Thema; nur Winfried Lebok (CSU) stimmte vorläufig nicht für den Neubau.

Der Christsoziale zweifelte am Kostenvergleich zwischen Neubau und Sanierung. Er sprach ein ähnlich altes Bad in Coburg an, dessen Neubau 24 Millionen Euro kosten soll, während eine Sanierung dort mit elf bis 14 Millionen Euro kalkuliert worden sei. Deshalb hätte er gerne noch eine qualifizierte Prüfung der Badtechnik an die Hand bekommen, ehe er sich auf einen Neubau festlegt, "denn bei so einem Bad macht die Technik einen Anteil zwischen 41 und 45 Prozent aus".

Von Äpfeln und Birnen

Für Stadtwerke-Leiter Jochen Löffler war dies ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Die Situation in Kronach sei genau untersucht worden. Die Technik dort habe ihr Verfallsdatum erreicht. "Noch jemanden drüberschauen zu lassen, der dann das gleiche feststellt, halten wir nicht für notwendig."

Sein Kollege Johannes Meitner (kaufmännischer Leiter der Stadtwerke) wies darauf hin, dass für einen Neubau nicht nur geringere Investitions- und Betriebskosten prognostiziert werden, sondern auch ein effizienterer Betrieb. Das Hallenbad könnte in diesem Fall geöffnet bleiben und das jetzige Gelände wieder genutzt werden. Und vor allem eines: "Wir hätten ein neues und modernes Crana Mare mit einem ansprechenden Inneren und einem ansprechenden Äußeren."

Vorteile offensichtlich

Für Ralf Völkl (SPD) lagen die Vorteile auf der Hand. Eine Sanierung wäre seiner Ansicht nach mit einem unnötigen Risiko verbunden, weil die bestehende, schadhafte Bausubstanz viele Fragezeichen offen lässt. Stattdessen könnte ein modernes Sport- und Erlebnisbad mit einer Technik auf dem Stand der Zeit entstehen. Eine Einschränkung nahm er vor, die sich auch im Beschlussvorschlag fand. Für das große Schwimmerbecken soll zunächst eine Sanierung geprüft werden. Hierfür steht alternativ ein verkleinerter Neubau zur Debatte. Außerdem regte Völkl ebenso wie Martina Zwosta (FL) an, Campingstellplätze beim Bad zu schaffen.

Markus Oesterlein (CSU) betonte, die Bedeutung der Schwimmvereine und des Ehrenamtes. Darum freute er sich, dass während eines Neubaus der Badebetrieb in der Halle für diese weiter möglich wäre - und auch für die Schulen, wie Matthias Simon (FW) ergänzte. Martin Panzer (ZKC) sprach sich für den Neubau aus, allerdings forderte er, die Anlieger frühzeitig ins Boot zu holen. Harald Meußgeier (AfD) bevorzugt ebenfalls einen Neubau. Allerdings brachte er ein Edelstahlbecken als Alternative für ein Schwimmerbecken mit Fliesen ins Gespräch.

Anforderungen zusammenstellen

Die Entscheidung für einen Neubau ist also gefallen, wie dieser im Detail aussehen wird, bleibt vorläufig noch offen. Ralf Völkl sprach sich zwar schon dafür aus, einen Erlebnischarakter, zum Beispiel mit einer Rutsche oder einer Sauna zu wahren, doch für eine Festlegung auf konkrete Attraktionen war es am Montag noch viel zu früh.

Meitner erklärte, dass zunächst ein Anforderungskatalog erstellt wird. Dieser wird anschließend als Grundlage dafür dienen, sich auf die gewünschten Attraktionen zu einigen. Als Zeitfenster für den Neubau stellt Meitner auf Nachfrage unserer Zeitung fest, dass die Machbarkeitsstudie von mindestens vier bis fünf Jahren ausgeht. Und das sei eine sehr sportliche Zielsetzung.