MTA Prototyping stand kurz vor dem Aus. Die Kombination aus Corona- und Automobilkrise traf die kleine, aber im Auto- und Messebau sehr renommierte Firma hart. Es ging ins Insolvenzverfahren. Gerettet wurde MTA einerseits durch das große Engagement der Mitarbeiter rund um die damalige Geschäftsführerin Anita Michel, andererseits durch das Eingreifen der Investorin Angela Werbik (wir berichteten). Als MTA Technical Solutions kehren die Nordhalbener gestärkt zurück.

Ein gutes Netzwerk sowie ein Auge für das Know-how und die menschlichen Stärken, die in MTA stecken, bescheinigen Anita und Timo Michel der Investorin von ZSI Technology aus Altdorf bei Nürnberg. Sie sei die perfekte Lösung für den Prototypen-Hersteller, weil es ihr bei dem Projekt in Nordhalben nicht um einen schnellen Euro gehe. Timo Michel stellte im Gespräch mit unserem Reporter fest: "Es geht ihr um die Innovationskraft, die in der Firma steckt." Wie sie selbst Ihr Engagement in Nordhalben einschätzt, erklärt Angela Werbik im Interview mit dem Fränkischen Tag.

Frau Werbik, wie ist Ihr Kontakt zu MTA Prototyping zu Stande gekommen?

Angela Werbik: Es war am M&A-Markt (Mergers & Acquisitions; ein Sammelbegriff für Transaktionen im Unternehmensbereich; Anm. d. Red.) bekannt, dass ich an Unternehmen interessiert bin, die zu meiner Strategie passen. Kleinere und mittelständische Unternehmen zusammenzubringen, die sich inhaltlich ergänzen und im Verbund voneinander partizipieren - im positiven Sinne versteht sich. Frau und Herr Michel waren gegenüber Investoren sehr aufgeschlossen

Was hat Sie motiviert, sich gerade auf dieses Investment einzulassen?

Ziel ist, den gesamtheitlichen Produktentstehungsprozess mit hoher Wertschöpfung abzubilden; das Leistungsspektrum von MTA passt hierzu.

Wie darf man sich Ihren Einfluss auf das Tagesgeschäft bei MTA vorstellen?

Aktuell helfe ich, dass die MTA sich wieder auf dem Markt positionieren kann. Hiernach planen wir weiter.

Sie gelten nicht als der Typ Investor, der den schnellen Euro sucht. Welche Ziele streben Sie mit Ihren Investitionen an?

Ich bin ein Verfechter des Mittelstands und möchte diesen durch aktives Tun nachhaltig stärken und vor allem auch im Geschäft zusammenbringen

Timo Michel wird künftig die Leitung vor Ort in den Händen halten. Was zeichnet ihn aus Ihrer Sicht für diese Rolle aus?

Herr Michel hat einen hohen Anspruch, die MTA wieder nach vorne zu bringen. Dazu ist Herr Michel technisch sehr versiert und hat einen guten Kontakt zu den Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten.

Eine größere Bandbreite der Produktion und Ihr Netzwerk - wie wichtig sind gerade in den momentan schwierigen Zeiten mit Auto-Krise und Corona solche Faktoren?

Unabdingbar wichtig, da man mit einem breiten Angebotsspektrum auch dem Kunden die Zusammenarbeit erleichtert. Durch das Prinzip "alles aus einer Hand" entfallen Schnittstellen und die hiermit verbundenen möglichen Unschärfen im Projekt - somit ein Plus für den Kunden.

Welche Arbeitsfelder soll MTA mittelfristig abdecken?

Die Arbeitsfelder von MTA sind unverändert. Ziel ist, diese zu erweitern.

Eine wichtige Frage ist die des Firmenstandorts. Gibt es hier schon eine Entscheidung?

Wir suchen einen langfristigen Standort - wir freuen uns über Tipps.