Das Gotteshaus in Fischbach hat drei Glocken. Zwei davon wurden repariert und zu diesem Zweck vom Turm genommen. Seitdem läutet nur noch die Anna-Glocke. "Es ist stiller geworden im Dorf. Irgendwie fehlt etwas", meinte denn auch Pfarrerin Alina Ellgring beim Fest-Gottesdienst in ihrer Predigt.

Neu geweiht wurden die beiden Glocken nicht, da sie durch die Sanierung - so die Pfarrerin - nicht entweiht worden seien. Dennoch sei die Reparatur für die Kirchengemeinde Fischbach schon eine besondere Freude, was man mit dem Fest-Gottesdienst zum Ausdruck bringen möchte.

Der Fest-Gottesdienst wurde stimmungsvoll vom Kirchenchor und dem Posaunenchor Fischbach umrahmt sowie Hilmar Bauerfeind an der Orgel und am Keyboard. Im Anschluss versammelte sich die Pfarrgemeinde vor der Kirche. Hier konnte die Bevölkerung die - vom örtlichen Obst- und Gartenbauverein liebevoll adventlich geschmückten - Glocken auf einem Anhänger von Jens Jakob bewundern. "Ich freue mich darauf, wenn das Geläut wieder in seiner ganzen Schönheit erklingt", strahlte die Pfarrerin.

Die beiden Glocken werden in den Glockenturm mit seinen vier rundbögigen Schallfenstern gebracht, wenn es die Witterung erlaubt. Saniert wurden nun die beiden kleineren Glocken der Kirche. Eine davon trägt die Inschrift "Anno Domni Millesimo Trecentesimo LXVII (= im Jahre des Herrn 1367). Diese feiert im nächsten Jahr also bereits 650. Geburtstag und ist damit älter als das etwa um 1500 entstandene Gotteshaus. Nach der Überlieferung haben die Hussiten die Glocke vom Turm gestürzt, was durchaus möglich sein kann, da sie keine Krone mehr besitzt. Nach einer anderen Version war sie in Kriegszeiten im Dorfweiher versenkt. Man kennt sie unter dem Namen 12-Uhr-Glocke, wie sie seit alters her genau in der Mittagsstunde geläutet wird. Diese erhielt nun eine neue Krone, wogegen bei der anderen renovierten Glocke - der Barbara-Glocke - die starken Risse beseitigt wurden.

In dieser Glocke - es ist die kleinste - sind die Namen "Matthäus, Markus, Barbara, Johannes" in gotischer Schrift, aber keine Jahreszahl eingeprägt. Aus schriftlichen Unterlagen weiß man jedoch, dass sie mindestens 1610 schon vorhanden gewesen sein muss. In diesem Jahr schrieb nämlich Achaz von Gutenberg an den Bamberger Bischoff, dass zwei Glocken schon "altes langjähriges Eigenthum" der Pfarrgemeinde Fischbach sind. Folglich muss damals - neben der aus dem Jahre 1367 stammenden Glocke - noch eine andere Glocke vorhanden gewesen sein. Es kann sich nur um diese sogenannte "Gebetsglocke" handeln, die traditionsgemäß früh und abends geläutet wird. Derzeit läutet noch die Anna-Glocke.

Je eine Glocke, die jeweils eingeschmolzen wurde, musste die Pfarrei in den beiden Weltkriegen abgeben. Zum Ausgleich erhielt 1952 die Kirchengemeinde Fischbach eine große, zwölf Zentner schwere Glocke vom Glockenfriedhof in Hamburg. Sie nennt sich "Anna", stammt aus Deutsch-Eylau in Ostpreußen und ihre Inschrift in polnischer Sprache bedeutet: "Diese Glocke wurde gestiftet von dem Mütterverein der Gemeinde St. Joseph in Tezew anlässlich der Feier zu Ehren der himmlischen Patronin für den Bau der neuen Kirche am 21. Juni 1936. Glockengießerei der Brüder Telsczynski in Kalucz. Heilige Anna und Mutter Gottes Maria, bittet für uns!" Täglich um 11 Uhr lässt diese Glocke in wohlklingenden Tönen ihre schöne Stimme erklingen. (Quelle: "Fischbach und seine Kirchengemeinde" von Karl Löhner).