Laden...
Zeyern
Karriere

Ein Zeyerner Musiker gibt den Ton an

Stolz und Freude in Zeyern sind groß: Florian Unkauf, der im Musikverein verwurzelt ist, wurde Bundesdirigent des Nordbayerischen Musikbundes.
Artikel drucken Artikel einbetten
Florian Unkauf ist der neue NBMB-Bundesdirigent. Foto: Sarah-Deborah Schmidt
Florian Unkauf ist der neue NBMB-Bundesdirigent. Foto: Sarah-Deborah Schmidt

Florian Unkauf wurde 1985 in Kronach geboren. Seine musikalischen Wurzeln liegen im Musikverein 1853 Zeyern, wo er mit neun Jahren seinen ersten Instrumentalunterricht am Tenorhorn erhielt. Unterrichtet wurde er vom damaligen stellvertretenden Dirigenten, dem nunmehrigen Ehrenmitglied Ewald Wunder. Er erlangte als erster Teilnehmer des Musikvereins mit 15 Jahren und damit als jüngster Kursteilnehmer das D3-Leistungsabzeichen.

Nach Abschluss der "Staatlichen Anerkennung als Dirigent im Laienmusizieren" unter seinem Dozenten Robert Kuckertz im Jahr 2005 führte ihn sein Weg zur Bundeswehr, in die er 2006 als Militärmusiker in das Ausbildungsmusikkorps in Hilden eintrat. Während dieser Zeit besuchte er an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf den Studiengang "Künstlerische Instrumentalausbildung" mit dem Hauptfach Tenorhorn, den er 2012 mit dem Diplom abschloss.

Nach mehrjähriger Tätigkeit als Tenorhornist in verschiedenen professionellen Blasorchestern der Bundeswehr (zuletzt Heeresmusikkorps Veitshöchheim) studiert er nun seit Oktober 2017 im Studiengang "Lehramt für Musik an Gymnasien" mit dem Hauptfach Posaune an der Hochschule für Musik in Würzburg. Doch nicht nur in der sinfonischen Blasmusik fühlt sich Florian Unkauf zu Hause, auch im Bereich der Egerländer und böhmischen Blasmusik konnte er bisweilen bei namhaften Orchestern wie "Michael Klostermann und seine Musikanten" oder "Guido Henn und seine goldene Blasmusik" wertvolle Erfahrungen sammeln.

Fundierte Dirigentenausbildung

Sein Debüt am Dirigentenpult gab der Zeyerner einst in seiner Heimatkapelle, deren Leitung er von 2009 bis 2014 innehatte. Er absolvierte an der Hochschule für Musik in Würzburg den Masterstudiengang "Blasorchesterleitung" bei Ernst Oestreicher und Frank Elbert. Im Rahmen seines Studiums dirigierte er unter anderem die Bläserphilharmonie der Hochschule für Musik Würzburg und das Heeresmusikkorps Veitshöchheim. Workshops für Dirigieren und Orchesterleitung, unter anderem bei Johann Mösenbichler, Chefdirigent des Polizei-Orchesters Bayern, und bei Douglas Bostock, rundeten seine Dirigentenausbildung ab.

Unkauf, der seit April 2014 in Margetshöchheim in der Nähe von Würzburg lebt, ist nunmehr Dirigent verschiedener Blasorchester und zudem immer wieder gern gesehener Dozent für tiefes Blech in Auswahlorchestern diverser Blasmusikverbände. Des Weiteren ist er Dozent für Dirigieren in der nordbayerischen Bläserakademie, dem zentralen Fortbildungsangebot des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB) für Dirigenten, Ausbilder, Ensembleleiter und alle, die im Musikverein musikalische Aufgaben und Verantwortung übernehmen wollen.

Dankbarkeit ein Motiv

"Einer der Hauptgründe, mich diesem fordernden Amt zu stellen, ist sicherlich, dass ich sozusagen ,ein Kind des Nordbayerischen Musikbundes‘ bin. Den vielen Fortbildungsmöglichkeiten des Musikbundes habe ich es nämlich indirekt zu verdanken, dass ich nun als studierter Musiker meine Brötchen verdienen kann", sagt Unkauf dankbar.

Wie es der Zufall wollte, habe er beim Dirigentenlehrgang zur staatlichen Anerkennung seinen künftigen Chef im Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr, Robert Kuckertz, kennengelernt. Ein weiterer Beweggrund war auch die intensive Zusammenarbeit mit Ernst Oestreicher während Unkaufs Studium an der Hochschule für Musik in Würzburg. "Er hat mich quasi schon in der Studienzeit in verschiedene Fortbildungsangebote des Nordbayerischen Musikbundes als Dozent eingebracht, so dass ich die Strukturen des Verbandes bereits kennenlernen konnte", sagt Unkauf.

Das Amt des Bundesdirigenten wurde - wie alle anderen Ämter in dieser Wahlperiode - aufgrund der derzeitigen Prozesse in der Verbandsentwicklung im Nordbayerischen Musikbund zunächst auf ein Jahr besetzt. Zu seinen Aufgabengebieten zählen unter anderem die Leitung des Nordbayerischen Jugendblasorchesters (das Auswahlorchester des Nordbayerischen Musikbundes), die Leitung der Musikkommission des Nordbayerischen Musikbundes sowie die Vertretung des Verbandes in übergeordneten Gremien wie zum Beispiel dem bayerischen Blasmusikverband, um nur einige zu nennen.

Der Stolz und die Freude über Florian Unkaufs so erfolgreichen musikalischen Werdegang sind in seinem Heimatverein groß, um den er sich ebenfalls große Verdienste erworben hat. Voller Dankbarkeit erinnert sich der Spielleiter des Musikvereins Zeyern, Tobias Partheymüller, beispielsweise daran, wie man unter seiner Leitung im Jahr 2012 beim Wertungsspiel anlässlich des Bundesbezirksmusikfestes in Friesen in der Mittelstufe einen "ausgezeichneten Erfolg" erreichte.

"Zeyern-Lied" neu arrangiert

Unkauf war es auch, der die traditionellen und in Zeyern einzigartigen Prozessions- und Parademärsche neu arrangiert und für seine Heimatkapelle ein komplett neues, 21-seitiges und 36 Stücke umfassendes Prozessionsheft gestaltet sowie der Besetzung des Musikvereins angepasst hat.

"Auch das ,Zeyern-Lied‘, das nur in Form von einzelnen handschriftlichen Notenblatt-Resten existierte, hat er als Marsch neu arrangiert und dafür gesorgt, dass es nach langen Jahren wieder ein Bestandteil unseres Repertoires wurde", würdigt Partheymüller.