Das Cranach-Jahr der Luther-Dekade hat begonnen. Und es wird der Kreisstadt seinen Stempel aufdrücken. "Wir haben lange darauf gewartet und darauf hingearbeitet", stellte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) gestern beim offiziellen Auftakt im Rathaus fest. "Wir haben ein tolles Programm mit Veranstaltungen, die sich das ganze Jahr über abbilden."

Dass Lucas Cranach der Ältere seit Jahren eine wichtige Rolle für Kronach spielt, steht für Kerstin Löw, Leiterin des Tourismusbe triebs, außer Zweifel. Er sei neben der Festung das wichtigste Markenzeichen der Stadt. Zum 500. Geburtstag seines Sohnes soll er dazu beitragen, den (Kultur-)Tourismus weiter anzukurbeln. Und er soll helfen, das Wir-Gefühl in Stadt und Landkreis zu stärken.

"Es geht darum, dass die Kronacher Freude an ihrem großen Sohn haben." Sie sollen sich aktiv in das Jubiläumsjahr einbringen. Das Programm dafür ist groß ausgefallen. Es deckt drei Seiten eines Flyers ab. Fast 30 Termine sind darin enthalten.

Drei Zielgruppen

Die Planungen stützen sich auf drei Säulen, wie Lucas-Cranach-Beauftragter Dietmar Lang erklärte: Veranstaltungen für einen großen Kreis, für ein kunstgeschichtlich sehr interessiertes Publikum und für Touristen. Wie Löw ergänzte, geht es dabei aber nicht nur um die Kunst, sondern sogar Sportveranstaltungen werden einbezogen.

Der Cranach-Arbeitskreis, so Lang, werde zum Gelingen mit beitragen. So seien unter anderem eine Führung in der Fränkischen Galerie und auf der Festung geplant, die sich speziell an Vereine richte. Außerdem werde es zur Wiedereröffnung der Fränkischen Galerie (1. März) den ersten von vier Vorträgen geben, welche die Zeit, das Wirken und die Arbeitsweisen der Cranachs in den Mittelpunkt stellten.

Stadträtin Angela Degen-Madaus (FL) betonte, dass der Arbeitskreis beim Stadtspektakel ebenfalls Cranach in den Blickpunkt rücken wolle.

Auf die Wiedereröffnung der Galerie am 1. März ging Museologe Alexander Süß näher ein. Beim Vortrag an diesem Tag erhalte der Zuhörer spezielle Informationen. Dabei gehe es darum, wie gemalt wurde und welche Materialen eingesetzt wurden. "Das bekommt man als Besucher normalerweise nicht zu sehen." Weiter zeigte Süß Ausstellungshöhepunkte auf: ab 9. März "Caricare", ab 13. Juli "HolzArt XIX" und ab 19. Juli "Cranach 2.0".

Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) erinnerte daran, dass Kulturtouristen ihren Aufenthalt oftmals mit dem Naturtourismus verknüpfen. Diesen beiden Angeboten müsse die Stadt im nächsten Schritt den Aspekt "Shopping" hinzufügen. Fotoplots, die im Stadtbereich angedacht sind, könnten nach Löws Meinung ein erster Vorstoß in diese Richtung sein.

Vorstandsvorsitzender Klaus-Jürgen Scherr und Vorstandsmitglied Harry Weiß (Sparkasse) sagten der Stadt ihre Unterstützung zu. Eine 10 000-Euro-Spende wurde gleich überreicht. "Wir sehen das Lucas-Cranach-Jahr als große Chance für die Stadt Kronach", hob Scherr hervor.

Lucas Cranach der Ältere selbst - alias Wolfgang Eckert-Hetzel - freute sich, dass er an dem Wir-Gefühl in Kronach teilhaben darf. Mit einem Schmunzeln warf er einen Blick in die (Glaubens-)Geschichte und meinte: "Das war nicht immer so."