Menschen für das Singen zu begeistern, ist heutzutage - in Zeiten des allgemeinen Chorsterbens - nicht so einfach. Doch Marius Popp hat das Händchen dafür.

Der Dekanatschor wurde bei seinem Auftritt in der Markgrafenkirche Seibelsdorf vom Konzertchor "Sängerkranz" Coburg, vom Vokalensemble des Gymnasiums Alexandrinum (Einstudierung: Martin Kleiner) sowie von Mitgliedern des Lehrerchors im BLLV Kronach und vom Süddeutschen Ärztechor unterstützt.

Schwungvoller Beginn

Gemeinsam mit dem "Reußischen Kammerorchester" aus Gera und einzigartigen Solisten präsentierte Marius Popp einen Musikgenuss der Extraklasse. Mit Wolfgang Amadeus Mozarts berühmter Krönungsmesse begann das Programm schwungvoll.

Mozart soll diese Messe der Legende nach anlässlich der Krönung eines Gnadenbildes in der Wallfahrtskirche Maria Plain bei Salzburg geschrieben haben. Als Solisten hatte Popp die Sopranistin Lisa Rothländer, den Countertenor Julio Fiorovanti, Tenor Sebastian Köchig und Bass-Bariton Jörg Hempel gewonnen.

In Top-Form

Doch Solisten und Chor präsentierten sich nicht nur in Top-Form, sie harmonierten auch hervorragend zusammen. Zudem überzeugte das "Reußische Kammerorchester" durch Klang-Esprit und Qualität und verlieh dem Werk sinfonische Qualität.

Einen musikalischen Höhepunkt legte Dirigent Marius Popp zum Jubiläumskonzert mit Giacomo Puccinis "Messa a 4 voci con orchestrada Gloria" auf. Die Messe ist im Stile der "missa solemnis" komponiert - dem Stil, der 1900 durch Paps Pus X. verboten und sogar als "unkirchlich" bezeichnet worden war. Doch bis heute begeistert gerade diese Kompositionstechnik die Menschen. Vor allem Tenor Sebastian Köchig und Bass-Bariton Jörg Hempel gefielen mit ihren unaufdringlichen Solopartien.

Echte Bereicherung

Eine echte Bereicherung für das Konzert allerdings war das Mittelstück zwischen den Chorwerken: Mozarts Klarinettenkonzert in A-Dur.

Solist war kein Geringerer als der Klarinetten-Professor Massimo Santaniello. Der Italiener erwies sich als Zauberer an seinem Instrument. Mit viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen präsentierte und interpretierte er das allseits bekannte Werk. Er verhalf dem Klarinettenkonzert zu neuer Spannung.

Reussischen Kammerorchesteriele genossen die geradezu zärtlichen Klänge mit geschlossenen Augen. Solist Massimo Santaniello erntete für diese Ausnahme-Leistung stehende Ovationen.