In Tettau gibt es kaum Zuzug. "Die Nachfrage nach Baugrundstücken ist kaum vorhanden", schildert Christian Volk, der im örtlichen Bauamt arbeitet, die Lage. Es gebe zwar einige Bauplätze, diese seien aber ausschließlich im privaten Besitz. "Mehr als zwei bis drei Neubauten haben wir im Jahr nicht - und das ist schon hochgegriffen. Wir müssen kämpfen, dass die bestehenden Einwohner bleiben", bedauert Volk. Neue Einwohner zu generieren sei schwer.

Anders stellt sich die Situation in Küps und Mitwitz dar. "Ich hätte schon 30 Bauplätze in diesem Quartal verkaufen können, wenn wir welche hätten", sagt Gerhard Hanna, Bauamtsleiter im Markt Küps. "Die Nachfrage ist unglaublich - und das geht schon 20 Jahre so zu, das ist Wahnsinn." Im Gemeindeteil Burkersdorf gibt es 16 freie Bauparzellen. "Wir haben wesentlich mehr Bewerber als Bauplätze zur Verfügung stehen, die Plätze vergeben wir nach Posteingang der Bewerbung", berichtet Hanna. Für Küps sind derzeit noch zwei weitere Baugebiete geplant. "Im Gebiet Melm waren bereits alle Parzellen mit dem Beginn der Erschließung, die derzeit läuft, vergeben. Im Gebiet Lohäcker wird der Quadratmeterpreis für die erschlossenen Grundstücke bei etwas mehr als 50 Euro betragen", schätzt Hanna.

Grundstücke sind begehrt

Dass Küps so begehrt ist, liegt Hannas Einschätzung nach an der zentralen Lage: "Arbeitsplätze in den umliegenden Städten sind schnell erreichbar, und in Küps gibt es alles für den täglichen Gebrauch - das hört man zumindest oft von den Leuten, die zuziehen."

In Mitwitz sieht die Situation ähnlich aus. "Auf dem Pachtershofgelände entstehen derzeit 17 Wohneinheiten und eine Tagespflege", zählt Stephan Urban, Geschäftsstellenleiter im Markt Mitwitz, auf. Außerdem werden im Baugebiet Herrschaftsstücke II weitere 18 Wohneinheiten gebaut, die als Eigentumswohnungen verkauft werden sollen. "Bei beiden Projekten werden die Wohnungen mit einem Aufzug ausgestattet."

In Mitwitz gibt es außerdem 15 unbebaute erschlossene Bauparzellen, von denen drei noch nicht endgültig vergeben sind. "Bis Ende des Monats müssen sich die Interessenten entscheiden. Allerdings gibt es auch noch eine Nachrückerliste." Wie in Küps werden die Grundstücke nach der Reihenfolge der eingehenden Nachfragen vergeben. Nach der Erschließung liegt der Quadratmeterpreis in Mitwitz bei 69 Euro. In Schneckenlohe gibt es derzeit noch freie Bauplätze. "Im Neubaugebiet Hohe Straße sind noch drei Grundstücke frei", sagt Bürgermeister Knut Morgenroth, der Quadratmeterpreis liegt hier bei 42 Euro. Außerdem wird ein weiteres Neubaugebiet in Beikheim mit insgesamt acht Bauparzellen erschlossen. "Zwei davon sind in privatem Besitz und sechs gehören der Gemeinde." Außerdem sollen in der Ortsmitte von Schneckenlohe weitere fünf Baugrundstücke erschlossen werden. "Es wird derzeit viel Wert darauf gelegt, Freiflächen in der Ortsmitte zu nutzen und keine Grünflächen außerhalb zu erschließen", berichtet Morgenroth. Gebaut werden kann dort allerdings erst 2021.

In Marktrodach wird derzeit eine kleine Baufläche mit drei Parzellen erschlossen. "Die Fläche wurde von den privaten Grundstückbesitzern gekauft", sagt Katja Wich, Bauamtsleiterin in Marktrodach. Zu diesem Zeitpunkt seien die Grundstücke aber bereits reserviert gewesen. Nach der Erschließung lag der Quadratmeterpreis für die drei Grundstücke bei 85 Euro. Der Grund für die hohen Kosten ist die momentan hohe Baukonjunktur. "Insgesamt haben wir mehr Bauanfragen als Grundstücke. In den letzten Jahre wurde viel gebaut, letztes Jahr gab es in Marktrodach circa 15 Neubauten - das resultiert daraus, dass die Interessenten privat gekauft haben", berichtet Wich.

Auch in Marktrodach soll ein neues Baugebiet erschlossen werden. "Im Moment haben wir noch Probleme mit dem Lärmschutz - wir wollen ein Gewerbegebiet in ein Baugebiet umwandeln. Allerdings grenzt ein Sägewerk an das Gelände an." Eine Lösung wurde bislang noch nicht gefunden.

Große Preisspanne in Kronach

In Kronach sind die Quadratmeterpreise für erschlossenes Bauland von Stadtteil zu Stadtteil unterschiedlich: "Die Preise liegen zwischen 30 und 125 Euro", sagt Georg Köstner, Sachgebietsleiter Nichttechnische Bauverwaltung bei der Stadt Kronach. Die Stadt selbst bietet derzeit drei freie Grundstücke in Fischbach-Bergleite an, die für etwa 30 Euro pro Quadratmeter erhältlich sind. Darüber hinaus darf die Stadt derzeit noch circa 20 private Grundstücke vermitteln - allerdings nicht in der Kernstadt.

125 Euro pro Quadratmeter Bauland oder mehr werden für diejenigen fällig, die im Kreuzbergbereich bauen wollen und dort noch ein Grundstück erwerben können. "In allen Stadtteilen zusammen gibt es noch etwa 250 Baulücken, teilweise in bester Lage. Die Flächen sind im privaten Besitz", berichtet Köstner. Von Seite der Regierung sei es jedoch gewünscht, dass Baulücken in der Stadt erst geschlossen werden müssen, bevor neue Gebiete erschlossen werden dürfen.

Köstner hofft, dass zeitnah das geplante Baugebiet in Vogtendorf erschlossen werden kann. "Wenn der Investor dieses Gebiet erschließt, könnten circa 19 freie Grundstücke verkauft werden", berichtet Köstner. Der Investor würde der Stadt das Baugebiet erschließungstechnisch fertig übergeben, die Stadt wäre dafür aber für den dauernden Unterhalt zuständig. "Die Grundstücke werden vom Investor auf dem freien Markt angeboten, sobald die Stadt die Erschließungsanlagen übernommen hat."