Die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) und Altlandrat Heinz Köhler gehören zusammen. Das wurde am Mittwochvormittag deutlich, als im historischen Rathaus in einer kleinen Feierstunde Heinz Köhler für 40 Jahre Verbandsvorsitz der FWO geehrt wurde.

Der "Jubilar" strahlte. Er freute sich, dass so viele Landräte, Bürgermeister und der oberfränkische Regierungspräsident Wilhelm Wenning gekommen waren. "Das ist für mich Ausdruck der Verbundenheit!" Heinz Köhler hat der FWO seinen Stempel aufgedrückt und ans Aufhören denkt er vorerst nicht.

80 Mitarbeiter

Unter seiner Federführung hat sich die FWO zum größten Trinkwasserversorger Oberfranken entwickelt. Aus zehn wurden mittlerweile 80 Mitarbeiter.
250 Millionen Euro hat die FWO während dieser Zeit verbaut (heutiger Stand etwa 700 Millionen Euro). Geschaffen wurde ein vorzügliches System der Wasserversorgung für Oberfranken mit der Talsperre Mauthaus für 400 000 Einwohner.

Die jährlichen Wasserabgabemengen liegen bei 14 Millionen Kubikmeter Wasser, die Bilanzsumme beträgt fast 120 Millionen Euro. Vorhanden ist eine moderne Trinkwasseraufbereitungsanlage mit einem leistungsfähigen 500 Kilometer großen Leitungsnetz, 20 Pumpwerke und 25 Hochbehältern. Seit dem Jahre 1997 wurde der Wasserpreis nicht mehr erhöht.

Schwarze Zahlen

Mittlerweile konnte dieser sogar zum 1. Januar 2013 gesenkt um zehn Cent pro Kubikmeter werden. Die FWO steht, im Gegensatz zu anderen Wasserversorgern, insgesamt gut da und schreibt schwarze Zahlen.
Für Heinz Köhler ist die FWO ein Lebenswerk. Sofern es "meine Gesundheit und mein Kopf zulassen, werde ich auch in den nächsten fünf Jahren den Vorsitz behalten".

Mittlerweile befasst sich der Vorsitzende mit den Herausforderungen wie Klimawandel, demografischer Wandel, halbwegs bezahlbare Wasserpreise.

Köhler war es auch, der hinter den Kulissen zahlreiche Gespräche geführt hat, um die marode Frankenwaldwaldgruppe zumindest teilweise übernehmen zu können. Auch hier ist es vor allem ihm zu verdanken, dass die FWO sich bereit erklärt hat - hier mussten immerhin sieben von neun oberfränkischen Landkreisen und vier kreisfreie Städte überzeugt werden - die Fernleitungen zu übernehmen, um somit die permanent steigenden Wasserverbrauchspreise für die Abnehmer der FWG zumindest etwas abfangen zu können.

Überzeugungsarbeit geleistet

"Ich weiß nicht, wie ich all diese Aufgaben all die Jahre nebenbei bewältigen konnte!" Auf diese Frage hatte Köhler auch gleich die passende Antwort: "Das war und ist nur meinen Mitarbeitern zu verdanken!"

Sein Stellvertreter, Landrat Oswald Marr, bezeichnete Köhler als seinen Freund, der mit Weitblick und Beharrlichkeit die FWO zum größten Wasserversorger Oberfrankens geführt hat. Die Erfolgsgeschichte der FWO begründete er mit dem Verhandlungsgeschick, der Sachorientierung und dem Sachverstand des Geehrten.
Köhler habe kontinuierliche Überzeugungsarbeit "hinter den Kulissen" auf politischer Ebene geleistet und somit die anfänglichen Vorbehalte gegenüber dem Fernwasser überwinden geholfen.

Beeindruckende Lebensleistung

Lobende Worte fand auch der Regierungspräsident Wilhelm Wenning. Köhler habe eine Leidenschaft für Wasser. Er könne auf sein Gesamtwerk stolz sein.

Der Kronacher Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein bezeichnete die FWO als ein Wirtschaftsunternehmen, das zur Lebensqualität beitrage. Er sprach von einer beeindruckenden Lebensleistung. Dass Köhler auch als Vorsitzender und Chef Menschlichkeit zeigt, wurde an den Ausführungen des Personalratsvorsitzenden der FWO, Benny Grampp, deutlich.

Er bedankte sich im Namen aller Mitarbeiter für die gute Zusammenarbeit. Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgten David Gayler und Franziska Schubert von der Berufsfachschule für Musik.