Draußen ist es dunkel. In der Halle der Spedition Welscher brennt noch Licht. Stimmen sind zu hören. Und nach dem Öffnen der Tür ist er nicht zu übersehen, der Faschingswagen des FC Stockheim. Eigentlich handelt es sich bei dem 7,45 Meter langen und 2,60 Meter breiten Gefährt um einen Lkw-Anhänger, der sonst für gewerbliche Zwecke im Einsatz ist.

Die Stimmung in der Halle ist von Begeisterung und Erwartungsfreude geprägt. Sitzen die Schrauben fest, verläuft die Farbe nicht? Ist das Notstromaggregat angebracht? Einige Mitglieder des FC Stockheim und auch einige "Fußballerfrauen" sind im Einsatz. Es wird gehämmert, die Seitenwände werden besprüht, der Lkw-Anhänger dekoriert. Zuvor wurden an den Lkw-Seiten mehrere Holzplatten befestigt. Man merkt, die FC-ler sind voll bei der Sache.

Einer von ihnen ist Jürgen Lenker.
"Angefangen hat alles vor rund zehn Jahren mit einer Fußgruppe, danach folgte ein kleiner Traktor mit einem kleinen Anhänger. Und mittlerweile sind wir groß geworden." Und in der Tat: Der Lkw-Anhänger und ein rund 200 PS starker Fendt als Zugmaschine, bereitgestellt von Erwin Schwarz, sind nicht zu übersehen.

Etwa 150 Arbeitsstunden investieren die Sportfreunde in ihr Projekt. Unter dem Anhängerboden haben sie ein Notstromaggregat angebracht, den Wagen mit Bierbänken ausgerüstet, und eine Musikanlage wird die Partystimmung verstärken, vor allen wenn das Stockheimer Kappenlied "Glück auf" aus den Lautsprechern ertönen wird. Und in diesem Jahr wird auf dem "Götterwagen" auch erstmals das Bier frisch vom Zapf gezapft. Möglich macht dies eine Zapfanlage.

Das Motto der Stockheimer wird wie immer vom Inhalt ihres Sportlerfaschings abgeleitet. Heier lautet es: "Der Fußball olymp liegt in Stockheim." Diesen Slogan haben dementsprechend Katrin Schwalb, Antje Düthorn und Kathrin Weißerth auf die Außenwände des Anhängers gesprüht. Die Dekoration vermittelt den Eindruck, in einem Götterhimmel zu sein. Und natürlich werden die Kostüme auch zum Thema passen. So wird beispielsweise Daniel Weißerth als Poseidon, als Gott des Meeres, der Erdbeben und Pferde, zu sehen sein, oder Antje Düthorn als Aphrodite, als Göttin der Schönheit und der Liebe.

Für die Stockheimer ist die Teilnahme an Faschingsumzügen mittlerweile fest im Jahreskalender verankert. Die ersten Jahre waren sie in Rothenkirchen vertreten, nun sind sie zum zweiten Mal in Neukenroth mit dabei. "Es macht einfach Sinn, dass wir unseren Vorort unterstützen", sagt Stefan Fleischmannschmunzelnd.

Mit ihrem "Fußballolymp" wollen sie nicht zuletzt den Zusammenhalt im Verein weiter stärken, wie Dominic Welscher erklärt. Und eines ist nicht zu vergessen: "Wir haben einfach einen Riesenspaß."

Dieser kam auch bei den Vorbereitungen zum Ausdruck. Und mit ihrem Ergebnis waren die Stockheimer ganz zufrieden: "Wir werden Eindruck machen." Doch erst steht am heutigen Samstag der Faschingstanz im Sportheim des FC Stockheim auf dem Programm.

Am Faschingssonntag trifft man sich dann um 11.30 Uhr zum Weißwurstfrühstück, und dann geht es auf den Fußballolymp. Von dort aus geht es dann in die Faschingshochburg nach Neukenroth. Und eines steht für Jürgen Lenker jetzt schon fest: "Der Schlaf wird zu kurz kommen."