Sie ist in aller Munde, aber was heißt Energiewende für die Verbraucher? Welche nachhaltigen Formen der Energiegewinnung gibt es? Was sind wir bereit, dafür in Kauf zu nehmen? Welche Bedeutung hat die Windkraft angesichts von Klimawandel und nuklearen Katastrophen für unsere Energieversorgung?

Die Podiumsdiskussion am Montag befasste sich genau mit diesem Thema. Auf dem Podium saßen neben Karl-Willi Beck auch Johannes Schnabel von der Energievision Oberfranken sowie die Bürgermeisterin von Teuschnitz, Gabi Weber (CSU). Mit den zahlreichen Vertretern aus Initiativen, lokalen Kommunen sowie interessierten Bürgern diskutierten sie über das Für und Wider der Windkraftnutzung im Frankenwald. FU-Kreisvorsitzende Mathilde Hutzl freute sich über den guten Zuspruch zur Veranstaltung. Die Moderation des sehr informativen Diskussionsabends lag in Händen ihrer Stellvertreterin Ursula Eberle-Berlips.

Von Johannes Schnabel, Geschäftsführer der Energievision Frankenwald, erfuhren die Zuhörer zunächst viel über die Effektivität und Potenziale alternativer Energiequellen. "Wir können energieautarke Kommunen werden und die Wertschöpfung in der Region halten", appellierte er. Das Potenzial für die Nutzung erneuerbarer Energien liege im Frankenwald quasi vor der Haustür, verdeutlichte er anhand der jüngst erstellten Analyse zur Erzeugung erneuerbarer Energien. "100 Millionen Euro könnten nach autarker Versorgung mit erneuerbarer Energie im Frankenwald verbleiben", war er sich sicher.


Besser als Biomasse- und Photovoltaikanlagen



Im Vergleich zu Biomasse- und Photovoltaikanlagen erziele man die höchste Flächeneffizienz mit Windkraft. Damit könnten im Frankenwald 230 Prozent des derzeitigen Energiebedarfs gedeckt werden. Da beim Bau kaum Eingriffe in Flora und Fauna zu befürchten seien und auch ein späterer Rückbau problemlos sei, lägen die ökologischen Vorteile auf der Hand. "Ob man von einer Verschandelung der Landschaft spricht, liegt an der Einstellung des Betrachters zum Ökostrom", betonte er.

140 Meter Nabenhöhe, ein Rotordurchmesser von 112 Metern, Strom für 2500 Haushalte beziehungsweise für 7500 Menschen und eine Einsparung von über 5600 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr - beeindruckende Zahlen, die das erste kommunale Windrad in Braunersgrün (Landkreis Wunsiedel) aufweist. Sichtlich stolz berichtete Wunsiedels Bürgermeister Karl-Willi Beck (CSU) über das modernste Windrad ganz Bayerns, das kürzlich eingeweiht worden war. Die Technik der Windenergieanlagen entwickele sich sehr dynamisch mit stärkerer Leistung.


Energiewende muss in den Kommunen umgesetzt werden



Die neue Drei-MW-Klasse liefere im Vergleich etwa 15-mal so viel wie eine Freiflächenphotovoltaikanlage. "Die Energiewende ist für unsere Kommunen in der Region eine große Chance, die man nutzen sollte. Beschlossen wurde sie zwar in Berlin, aber umgesetzt werden muss sie vor Ort - mit den örtlichen Energieversorgern, den Gemeinden und der Bevölkerung", meinte Beck, nach dessen Empfinden die ganze Energie in Bürgerhand gehöre. Derzeit decke die Windenergie in Wunsiedel 50 Prozent des Bedarfs.

Überzeugt war er davon, in zehn Jahren die regionale Energieversorgung geschafft zu haben. Windkraft bezeichnete er als "Umweltschutz par excellence". Die Region könne die Energiewende packen, da man über die Energieträger und das Know-How verfüge. Und natürlich verdiene man mit Energie auch Geld. Neben der erheblichen regionalen Wertschöpfung entständen neue Arbeitsplätze. Auch die Steuer- und Einnahmekraft steige. Die Windenergie sei damit für Investoren und Wirtschaft ein interessantes Feld. Das Wichtigste sei aber die Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Bürger müssten mitreden dürfen.