Daran hat Matthias Güthlein zu seinen Lebzeiten bestimmt nicht gedacht, dass er an seiner einstigen Hausmauer, damals Katzenhaus und jetzt "'s Antla" als Skulptur aus Sandstein verewigt wird. Am Freitagvormittag wurde "er" beim Gast- und Brauhaus angebracht.

Es war schon etwas Spektakuläres dabei, als der Bagger anrückte und unter Beobachtung der Mitglieder der Sandsteinwerkstatt das Kunststück vorsichtig aus dem Wagen hob und an seine künftige Stelle hievte.
Gespannt folgte der Schöpfer der Skulptur, Heinrich Schreiber, diese Aktion. Rund zwei Monate hat er zusammen mit seinem Sohn Tobias an diesem 2,80 Meter hohen Kunststück gearbeitet. Mit Hammer, Meißel und ausgereiften Techniken entstand schließlich dieses "kleine Denkmal". Ein Foto im fränkischen Heimatkalender aus dem Jahr 1964 diente ihm als Vorlage. Auf dieser Basis wurde der Kopf aus Sandstein gemeißelt.

Er habe sich im Vorfeld auch mit dem Leben des "Güthleins Matz" befasst, so der 76-Jährige Schreiber. Denn nur so konnte er ein ziemlich identisches Abbild seines Modells schaffen. Und in der Tat: Heinrich Schreiber hat ein rund ein Tonnen schweres Kunststück geschaffen, das an den ehemaligen Hausbesitzer des jetzigen "'s Antla" erinnert.

Katzen, Kasperköpfe und Blumen


Zu sehen sind an der Skulptur unter anderem Katzen, Kasperköpfe, Blumen. "Wenn der alte Güthlein heute noch leben würde, könnte er mit seinen Kasperlköpfen vielleicht auch wieder Geld verdienen", erzählt Heinrich Schreiber schmunzelnd.

Demnach hat der "Güthleins Matz" kranke und verwahrloste Katzen in seinem Haus aufgenommen und diese gepflegt. Er sei ein Theaternarr gewesen. Er fertigte Kasperlköpfe und sorgte zu seinen Lebzeiten bei vielen Kronachern mit seinen Kaspertheatern für Unterhaltung.

Von Hauptberuf war der ehemalige Antlabesitzer allerdings Blumenmacher, die er auf Märkten im ganzen Umland anbot. Die Idee wegen der Schaffung der "Güthlein Skulptur" sei bei einem Gespräch mit jetzigen Besitzer des Gebäudes, Bernd Holzmann, zu Stande gekommen, berichtet Heinrich Schreiber. Ihm sei es wohl darum gegangen, die Erinnerung an den ehemaligen Besitzer seines "'s Antla" aufrecht zu erhalten.