Der Wahnsinn schickte sie in die Hölle, aber vorher tobten sie sich noch auf der Nordwaldhallenbühne in Nordhalben aus. Die "Schlagerparty mit Freunden", die Anita und Alexandra Hofmann mit den "Dorfrockern", Rosanna Rocci und dem Ex-Voxxclub-Frontmann Julian David feierten, machte etwa 350 Fans dieser Musikrichtung am späten Sonntagnachmittag überglücklich. Es waren "Stars zum Anfassen", die den Kontakt zum Publikum suchten und damit genau in die Herzen ihrer Fans trafen.

"Ab ging die Lutzi" auch bei den "Dorfrockern", die sich "um 16.10 Uhr auf einen fulminanten Auftritt in der Weltstadt Nordhalben" freuten. "Wir sind bisher ja nur bis Küps, Kronach und Eichenbühl gekommen, jetzt sind wir endlich hier." Klar hatten die drei auch den "Vogelbeerbaum" und das "Dorfkind" mitgebracht.

Ein Licht im Kühlschrank ...

Die Weisheit des Lebens gefunden hatte Rosanna Rocci: "Egal wie traurig du bist, im Kühlschrank brennt immer ein Licht." Überstrahlt wurde dieses Licht allerdings noch von der unfassbaren Energie, die die Sängerin auf die Bühne brachte. "Bella ciao" und "Cherie Cherie" hatten nichts von ihrem Glanz verloren. Auch wenn sie nicht wusste, ob man bei dieser Uhrzeit eher "Gute Nacht" oder "Guten Abend" sagen sollte, war sie von "Franken vor und hinter der Bühne" total verzaubert.

Zweimal hinschauen mussten manche bei Julian David, dem Ex-Voxxclub-Frontmann. Die blonden Haare waren dunkel, aber auf seine tänzerischen Showeinlagen und seine unverwechselbare Stimme hatte das keine Auswirkungen. Ins Grübeln kam auch Alexandra Hofmann, die mal schnell nachgerechnet hatte, dass sie ihre Schwester Anita im Jahr 2018 an 320 Tagen gesehen hatte. "Und das an manchen Tagen bis zu 20 Stunden und das auch schon 30 Jahre lang." Das Raunen, das durch den Saal zog, konnte man für "Bewunderung oder Mitleid halten." Und egal, ob jemand "den Sommer wieder anknipste", oder "verliebt in die Liebe" war, das Publikum war als Chor immer dabei.

Mit einem lockeren "Hello again" läuteten die Schlagerstars nach der Pause die zweite Hälfte ein. Alexandra Hofmann: "Ich verspreche, dass sie jedes Lied mitsingen können." Titel wie "Aber dich gibt's nur einmal für mich" oder "Marmor, Stein und Eisen bricht" waren natürlich für versierte Schlagerfans keine große Herausforderung. Julian David holte musikalisch Helene Fischer und Andrea Berg auf die Bühne und sofort waren alle "Atemlos durch die Nacht" unterwegs.

Eine Verbindung zwischen Ost und West knüpften die Hofmann-Schwestern erneut mit "Über sieben Brücken musst du gehen". Shake-Hands und gleichzeitig großes Finale dann mit allen auf der Bühne und gezündet wurde die bunte Schlagerrakete mit "Knocking on Heavens door." Schlag auf Schlag folgten die Titel "Country Roads", "Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle", "Verlieben, verloren", "YMCA" und "Oh happy day". Fazit und Schlachtruf am Ende: "Nordhalben, ihr wart der Wahnsinn!".