Julia Förtsch aus Hirschfeld ist eine der Besten. Sie habe einen Schnitt von 1,25 ausgerechnet, sagt sie. Und erlebt später am Abend eine große Überraschung.

Mit einem Notendurchschnitt von 1,17 hat sie sich zwar vertan, ist aber die beste Absolventin an ihrer Schule. Mit dem Lernen durchgestartet habe sie ab der siebten Klasse, erzählt sie. Damals sei sie in der Schule angekommen und habe sich in der Klassengemeinschaft wohl gefühlt.


Breitgefächert

Ihre Lieblingsfächer zeigen wie vielfältig aufgestellt ihre Interessen sind: Sie reichen von Mathematik über BWL bis zu Erdkunde. Auch außerhalb des Unterrichts hat sie etwas angefangen mit ihrer Zeit. Zwölf Jahre tanzte sie Ballett, erzählt die Hobbypianistin. Außerdem fahre sie gern Fahrrad und Inliner - auch im hügeligen Oberland.
Im September fängt Julia eine Ausbildung zur Justizfachwirtin am Amtsgericht in Kronach und der Bayerischen Justizakademie in Pegnitz an. Bis dahin möchte die Hirschfelderin viel Zeit mit ihren Schulfreunden verbringen, denn nach dem Sommer mache jeder etwas anderes. "Es ist traurig, dass alles vorbei ist", meint Julia.

Eine wichtige Etappe sei vollendet, bestätigt Realschulkonrektor Matthias Klinke. Ab jetzt müsse sich jeder selbst neue Herausforderungen suchen. Um einen besonders starken Jahrgang habe es sich gehandelt, sowohl quantitativ mit 117 Absolventen als auch qualitativ: 97,44 Prozent haben bestanden, bei 16 Schülern steht eine Eins vor dem Komma. Drei Schülerinnen erhielten mit ihrer Gesamtnote unter 1,5 eine besondere Auszeichnung des Landkreises: Julia Förtsch (1,17), Lea Biesenecker (1,25) und Luisa Wachter (1,33). In Vertretung des Landrats überbrachte Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein Glückwünsche: "Nehmen Sie einen guten Platz in der Gesellschaft ein!", gab er den jungen Leuten mit auf den Weg. Sie hätten mit dem Abschluss eine außerordentlich gute Startposition für den nächsten Schritt.


Beste Aussichten

Auch Schulleiterin Christa Bänisch bescheinigt ihren Absolventen angesichts des Fachkräftemangels beste Aussichten: "Ihr seid begehrt!" Sie wünsche ihnen, dass sie einmal nicht zu den Siegertypen gehörten, denn die ließen immer Besiegte hinter sich. Vielmehr sollten sie Gewinnertypen werden, die Herzen der Menschen gewinnen.

Prägnant auf drei Punkte brachte es Elternbeiratsvorsitzende Manuela Türkis: "Verwirklicht eure Träume und Ziele, habt Mut zur Veränderung und sucht Wege für Lösungen." Mit berührenden und liebevollen Gesten dankten die Absolventen ihren Lehrern.

Glitzernde Augen gab es bei Coldplays "Something Just Like This" und Gelächter bei der Flasche Raki: Der Hund der Lehrerin heiße so und sicher benötige sie bei den nachfolgenden Schülern ab und zu einen Schnaps.



Stimmungsvoll umrahmt

Keine Feier ohne Musik: Unbekümmert fröhlich sang die Unterstufe "Nehmt Abschied Brüder". Swing bot das Orchester mit "New York, New York" und die Schulband rockte die "Seven Nation Army". Gefühlvolle Klaviermusik spielte Absolventin Leonie Hanna. Sie übernahm auch die musikalische Begleitung der Dia-Show der Abschlussklassen "in Wort, Bild und Ton".

Es war ausdrücklicher Wunsch der Absolventen, die Feierstunde zusammen mit Lehrern und Angehörigen in der Schule zu begehen. Dafür hatten sie sich etwas Besonderes ausgedacht: Flugs wurde das Atrium leergeräumt und die jungen Damen und Herren liefen zur Polonaise auf und tanzten mit Eltern, Lehrern und Freunden in ihren neuen Lebensabschnitt.