Wer an Kronach denkt, denkt an Lucas Cranach d. Ä. Dass heute Bilder des berühmten Malers in seiner Geburtsstadt zu sehen sind, ist dennoch nicht selbstverständlich. Vor fast 40 Jahren wurden die entscheidenden Weichen hierfür gestellt. Damals wurde die Fränkische Galerie auf den Weg gebracht, ohne die solche Gemälde in einer Stadt wie Kronach kaum präsentiert werden könnten.

"Es ist nicht normal, dass wir so etwas wie die Fränkische Galerie haben", erklärt Kronachs Museologe Alexander Süß. Die jahrzehntelange, beharrliche Arbeit von Stadt und Landesregierung hätten dazu beigetragen, dass so eine Einrichtung abseits der Metropolen entstehen konnte. Im letzten Schritt gehe sie auf das von der bayerischen Staatsregierung 1979 beschlossene Museumsentwicklungsprogramm zurück.

Nicht zwingend die erste Wahl

"Es gab noch andere denkbare Standorte wie Nürnberg oder Würzburg", räumt Süß ein. Kronach habe seinerzeit sicher nicht ganz oben auf der politischen Landkarte gestanden. Vor allem der damalige Bürgermeister Baptist Hempfling habe sich zu dieser Zeit jedoch dafür eingesetzt, dass die Galerie auf der Festung Rosenberg entstehen konnte.

Was sich seit ihrem Einzug im Jahr 1983 entwickelt habe, stelle heutzutage "ein Schatzhaus, eine unglaublich gute Sammlung" dar, betont Süß. Kronach reihe sich in Sachen Kunst damit bei den großen Städten ein. "Wer fränkische Kunst erleben will, der muss nach Nürnberg oder Kronach", ist der Museologe überzeugt.

Die Galerie zeige nicht nur die ganze Bandbreite fränkischen Kunstschaffens - die weit über die den Namen Cranach hinausreiche -, sondern sie helfe auch, wichtige Kontakte zu knüpfen. "Dadurch können wir auf einem Niveau operieren, dass uns qualitativ hoch anspruchsvolle Projekte verwirklichen lässt." Süß denkt beispielsweise an Pop-up-Cranach oder die Bayern-Ausstellung.

Entwicklung geht weiter

Auch zuletzt Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein und nun seine Nachfolgerin Angela Hofmann hätten mit ihren Ratsgremien dafür gesorgt, dass sich die Galerie weiter entwickeln kann. Eine herausragendes Beleuchtungskonzept und neue Cranach-Gemälde seien dafür beispielhaft.

Womit sich der Kreis bei Kronachs berühmtesten Sohn schließt. In Saal 13 hat Cranach sein Zuhause gefunden. In einer Galerie, ohne die sein Wirken in der Stadt kaum an einem Fixpunkt festzumachen wäre. Doch so gibt es einen ganz konkreten Anlaufpunkt für "das weltweite Phänomen, das von Tokyo bis New York in jeder Galerie zu finden ist". Vieles von Cranach lasse sich nicht greifen. "Aber wir können seine Arbeit greifen. Deshalb wird die Galerie der Ort für ihn bleiben."

Wichtige Infos zur Galerie

Öffnungszeiten von März bis Oktober: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr, Montag geschlossen (von November bis Februar ist Winterpause)

Wegen der Corona-Pandemie ist Zutritt nur mit Mund-/ Nasenschutz erlaubt. Gruppen sind nicht gestattet, Galerie-Führungen dürfen nicht abgehalten werden.

Weitere Infos: Telefon 09261/6041-0, E-Mail festung@stadt-kronach.de oder beim Tourismus- und Veranstaltungsbetrieb der Stadt.

Podcast zu Kunstwerken aus der Fränkischen Galerie:

www.kronach.de/podcast