Es ist wie eine große Familie. Jeder begrüßt sich mit einem großen Hallo, wenn sie jemanden auf dem Bildschirm sehen. Die Stimmung ist vertraut und freundlich. Anzumerken ist ihnen das ernste Thema nicht, wegen dem sie zusammengekommen sind.

Es geht um finanzielle Unterstützung für Unternehmen, die Organisation von Mitarbeitern im Homeoffice und Hygienemaßnahmen am Arbeitsplatz.

All diesen Themen liegt eine Frage zu Grunde: Was beschäftigt Unternehmen in der aktuellen Zeit? Mit der aktuellen Situation weiß keiner so genau umzugehen. Denn erlebt hat so etwas noch niemand. Da ist es gut, wenn man sich untereinander austauschen kann.

Corona-Krise: Netzwerk für alle geschaffen

"Wir haben ein Netzwerk für kleine und große Firmen geschaffen", sagt Hendrik Montag-Schwappacher, Geschäftsführer vom Innovations-Zentrum Region Kronach. Da normale Veranstaltungen nicht mehr stattfinden können, hat sich das Team des Innovations-Zentrums sehr schnell eine Alternative einfallen lassen.

Dienstagvormittag treffen sich um zehn Uhr alle interessierten Unternehmen zum "Cyber-Dienstag". Mal jede Woche, mal alle zwei Wochen. Ein Referent regt durch einen Vortrag jeweils zum Austausch zwischen den Teilnehmern an. Bis zu dreißig Unternehmen kommen so bei dem Austausch zusammen. "Das ist aktuell eine neue Situation mit ausschließlich virtuellen Möglichkeiten", so Montag-Schwappacher. Viermal hat das Event nun schon stattgefunden.

Cyber-Dienstag ist Möglichkeit des Austauschs

Zum Thema Hygienemaßnahmen in Unternehmen erzählt Fabian Kristek, wie sich das Bayerische Rote Kreuz in Kronach in Corona-Zeiten verhält. Wie wird der Schichtbetrieb gehandhabt? Tauschen Kollegen untereinander? Wie läuft die Reinigung ab? Wie sieht es mit genügend Mundschutz aus? Wie wird innerhalb eines Büros der Abstand eingehalten?

All jene Fragen, die während des Cyber-Dienstags auftauchen, werden diskutiert. Jeder ist froh über Erfahrungswerte anderer: Wird in den Betrieben die Temperatur der Mitarbeiter gemessen? Wie läuft es an Standorten im Ausland ab? Wie verhält man sich im Umgang mit Lkw-Fahrern, die Ware anliefern?

Corona-Maßnahmen für Unternehmen Neuland

Fragen über Fragen, denn auch für die Firmen ist die aktuelle Situation Neuland. Die Größte der Unternehmen spielt dabei überhaupt keine Rolle. Hendrik Montag-Schwappacher weiß zu schätzen, wie gut der Austausch untereinander funktioniert. Die Themen, die an den Dienstagen besprochen werden, kommen direkt aus den Betrieben und betreffen den Alltag der meisten Unternehmer.

"Wir wollen den Unternehmen vermitteln, dass sie flexibel sein müssen", sagt Montag-Schwappacher. Denn einen hundertprozentig richtigen Weg wird es nicht geben. So hilft der Austausch, um für sich und sein Unternehmen herauszufinden, was das richtige ist - und sich Tipps bei anderen abzuholen, die den ein oder anderen Schritt bereits weiter sind. Falsche Entscheidungen können so minimiert werden.

Neue Möglichkeit durch die Krise

Die Corona-Krise bringt für die Unternehmen auch neue Möglichkeiten: "Die Digitalisierung ist ein riesen Thema für die Unternehmen. Die Corona-Krise kann für Digitalisierung sorgen." Das Innovations-Zentrum möchte eine Infrastruktur im Landkreis bieten, die es auf dieser lokalen Ebene nur selten gibt. Sowohl große Unternehmen als auch kleine Betriebe in der Region sind beim Cyber-Dienstag willkommen. Auch Nicht-Mitglieder des Innovations-Zentrums können an dem Austausch teilnehmen.