Wer die Intensität der zweiten Welle in der Region messen will, kann derzeit einen Blick auf die Wohnheime im Landkreis werfen. Trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen konnte auch ein Ausbruch im BRK-Seniorenhaus in Kronach nicht verhindert werden, erklärt Roland Beierwaltes.

Der Kreisgeschäftsführer hat am Mittwochvormittag bekanntgegeben, dass ein Bewohner am Wochenende Symptome gezeigt habe und daraufhin getestet wurde. Das Ergebnis des PCR-Tests fiel positiv aus. Es folgten Antigen-Schnelltests bei Mitarbeitern und Bewohnern des Bereichs. Das Ergebnis: Bei sechs weiteren Senioren und einer Mitarbeiterin gab es ein positives Ergebnis. Der gesamte Wohnbereich, einer von sechs im größten Seniorenhaus des Landkreises, ist von den anderen Stationen isoliert.

Insgesamt leben 158 Senioren in der Einrichtung. Etwa 210 Angestellte arbeiten dort. "Wir sind auf die Situation vorbereitet", sagt Beierwaltes. Er spricht von den Notfallplänen, die im Fall eines Ausbruchs verhindern sollen, dass das Virus andere Stationen befällt. Als weitere Sicherheitsmaßnahme des Gesundheitsamts wird am kommenden Samstag ein Reihentest anberaumt. 40 Bewohner und 31 Mitarbeiter des abgeschlossenen Wohnbereichs werden daran teilnehmen. Außerdem dürfen vorerst bis zum 11. Januar keine Gäste von außerhalb die Einrichtung besuchen, erklärt der Kreisgeschäftsführer. Es herrscht Quarantäne, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Die Hauptlast liegt seit dem Ausbruch der Pandemie und gerade in den akuten Phasen in der eigenen Einrichtung auf dem Pflegepersonal. Der Geschäftsführer sagt, dass die Mitarbeiter eh schon unter hohem Druck arbeiten. "Das verdient höchste Anerkennung und höchsten Respekt, was das Team im Seniorenzentrum leistet." Es geht ihm dabei auch um das Image des Pflegeberufs an sich. Boni und Zuschläge des Freistaats seien gut und wichtig. "Doch es geht auch um die Anerkennung. Da muss nachgelegt werden."

Erleichterung beim ASB

Quarantäne, Isolationsstationen und Reihentestungen: Das sind die klassischen Maßnahmen, mit denen das Gesundheitsamt und die betroffenen Sozialträger arbeiten müssen, um weitere Infektionsketten zu verhindern. Im Marktrodacher Seniorenzentrum des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) entspannt sich dank der Maßnahmen die Situation zum ersten Mal seit Anfang Dezember.

Roland Funk, der Geschäftsführer des ASB-Sozialdienstes, teilt mit, dass ihm die Ergebnisse des jüngsten Reihentests vom Montag vorliegen. Es haben sich vier weitere Bewohner und zwei Mitarbeiter infiziert. Über Weihnachten sind zudem drei Bewohner im Alter zwischen 77 und 79 Jahren an den Folgen der Krankheit gestorben. Alle drei hatten bereits Vorerkrankungen, sagt Roland Funk, und zählten zu den schwächeren Bewohnern der Einrichtung.

Dennoch haben das Team des Seniorenzentrums und die Helfer aus den Reihen der ASB das Schlimmste verhindert. Die Infektionen haben sich nicht von der Station der Demenz-Patienten auf den zweiten Wohnbereich ausgebreitet. Alle Bewohner und Mitarbeiter der zweiten Station sind weiterhin Covid-19-negativ.

Zweite Station infektionsfrei

Das sei auch ein Erfolg des Sicherheitskonzepts der Einrichtung, erklärt der Geschäftsführer. Die Mitarbeiter der beiden Bereiche sind sich nicht begegnet. Sie haben zu unterschiedlichen Zeiten den Dienst begonnen. Außerdem sei es dank der Hilfe des ambulanten Dienstes und der Einrichtung in Rothenkirchen möglich gewesen, die durch eine Infektion ausgefallenen Mitarbeiter in Eigenregie nachzubesetzen.

"Das Team leistet exzellente Arbeit", sagt Roland Funk. Die Vollquarantäne für das Seniorenzentrum Rodachtal wird allerdings erst aufgehoben, wenn die Zahl der Corona-Fälle auf null sinkt.

Die Kronacher Lebenshilfe gibt auf Nachfrage des FT bekannt, dass bis Silvester eine Pressemittelung verschickt werde und derzeit keine weiteren Informationen an die Presse gehen. Wie das Gesundheitsamt am Montag mitgeteilt hat, wurden zuletzt am Wochenende fünf Bewohner und zwei Mitarbeiter in der Einrichtung positiv getestet.