2004 wurde die geschichtsträchtige "alte" Schlosskirche, Überbleibsel einer ehemaligen Meranierburg, nach aufwendigen Renovierungsarbeiten neu eingeweiht.
Steinberg wurde zum ersten Mal in einem "Verstiefterbrief” um das Jahr 1150 erwähnt. Darin ist die Rede von einer - in engem Zusammenhang mit der Burg "Rosenberch" zu Cranach stehenden - Burg auf dem Schlossberg. Aus dieser Lahmer Filialkirche, die in früheren Zeiten der Gemeinde Steinberg zur Verfügung gestellt und von einem fürstbischöflichen Vogt bewohnt wurde, entstand die heutige "alte" Pfarrkirche.
"Nachdem dieses kleine Gotteshaus mit der Zeit nicht mehr für die hiesige Bevölkerung ausreichte, plante man deren vollständigen Abriss und die Errichtung einer neuen Kirche an gleicher Stelle, was jedoch vom Landesamt für Denkmalpflege abgelehnt wurde. Auch dem von der Kirchenstiftung geplanten Erweiterungsbau nach Süden wurde seitens der Behörde nicht zugestimmt", erklärt der Kirchenpfleger der Pfarrei St. Pankratius, Christian Eidloth.
So begann man auf dem Pfarrgarten um 1911 mit dem völligen Neubau einer größeren Pfarrkirche, die am 11. August 1913 eingeweiht werden konnte. Nach dem Neubau wurde die alte Kirche nur mit notdürftigen Reparaturen erhalten. Im September 2000 schließlich wurde ein Sanierungskonzept für die Kirche erstellt mit Baukosten in Höhe von rund 500 000 Euro. 2000 bis 2004 erfolgte die Renovierung von Alt Pankratius, bevor sie am 12. September 2004 durch Regionaldekan Günter Hübner wieder eingeweiht wurde. "Nun wird das alte Gotteshaus wieder zu verschiedenen Anlässen und kirchlichen Festen im Jahreskreis genutzt. Allen Besuchern steht es - während der Öffnungszeiten in den Sommermonaten - für eine Besichtigung gerne offen", erzählt Eidloth, der sich auch als Aufsicht während der Besichtigung ehrenamtlich zur Verfügung stellt. Besonders an Alt Pankratius ist die Tatsache, dass das 2. Vatikanische Konzil spurlos an ihr vorbei gegangen ist und die liturgischen Reformen nicht mehr vollzogen wurden, weil damals kein Gottesdienst mehr darin gefeiert wurde. So blieben Eingriffe im Innenraum des ehrwürdigen Gebäudes völlig aus.
1149 wurde Steinberg erstmals urkundlich erwähnt. Das Geschlecht derer "von Steinberc" gilt als erster Eigentümer einer strategisch bedeutenden Burg am Eingang zum Frankenwald. 1223 ging der Besitz in meranisches Eigentum über. Durch kluge Heiratspolitik zwischen den Meraniern und der Andechser Linie entstand das einflussreiche Fürstengeschlecht Andechs-Meranien, dessen Machtbereich im Hochmittelalter von der Adria bis in den Frankenwald reichte. 1248 starb die männliche Linie des Geschlechts aus. Steinberg kam in den Besitz der Bischöfe von Bamberg. Unter ihrer Landeshoheit ging die Burg als Burghutlehen an Ritteradelige. Der bauliche Zustand verschlechterte sich immer mehr. Um 1500 war die Burg eine Ruine. Übrig blieben nur die Kirche und einige Grundmauern der Burg. Die erste urkundliche Erwähnung einer Kirche von Steinberg war 1422.
1999 und 2000 fanden Grabungs-Kampagnen durch das Landesamt für Denkmalpflege statt. Dabei sollte die Baugeschichte der alten Kirche untersucht und geklärt werden, ob Teile der Bausubstanz noch der ehemaligen Burg Steinberg zugeordnet werden können. Die einzelnen Bauphasen der Kirche sollten ermitteln werden. Im Kellergewölbe wurden sechs verschiedenen Bauphasen am Mauerwerk festgestellt. Für die erste Phase kann eine Datierung in das 11. oder 12. Jahrhundert angenommen werden. Aufschlussreich waren die Befunde im Außenschnitt, wo die Außenschale der Bauphase in fünf Lagen erhalten ist. Der vermutlich älteste Vorgängerbau der Kirche hatte ein oder mehrere Fachwerk obergeschosse, die einem Brand während des 12. Jahrhunderts zum Opfer fielen.