Zu sehen ist ihre beeindruckende Ausstellung "Restlicht" im Atelier von Michael Huth.

Wenn zwei Brüder eine gemeinsame Kunstausstellung bestreiten, verspricht das Spannung - erst recht bei Tobias und Johannes Schreiber, bei denen die Kreativität in den Genen liegt.

Die zahlreichen Besucher der Vernissage des Kronacher Bildhauers Tobias Schreiber und des Bamberger Glaskünstlers Johannes Schreiber wurden nicht enttäuscht.

Unterschiedlich und stimmig

So unterschiedlich ihre in der Klosterturnhalle ausgestellten Werke auch sind, so stimmig finden diese doch zusammen und verschmelzen zu einer großen Gesamtwirkung: eine spannende Mischung aus unterschiedlichsten Materialien, Formen und Farben - ästhetisch, abwechslungsreich, vielseitig und absolut sehenswert.

"Wir verstoßen heute gegen eine eherne Vernissage-Regel", erklärte die Autorin Barbara Dicker, eine gute Freundin der beiden, die in ihrer Einführung auf die Gemeinsamkeiten und Gegensätze des Bruder-Gespanns einging. Denn statt wie sonst üblich um 20 Uhr, begann man diesmals ausnahmsweise zwei Stunden vorher. Warum, das verdeutliche bereits der Ausstellungstitel "Restlicht". "Glaskunst braucht Licht", zeigte sich Dicker sicher.

Die letzten Sonnenstrahlen des wunderschönen Tages ließen die Werke der Schreiber-Brüder noch samtiger und weicher wirken. Gerade bei den Glaskunstwerken entstanden zauberhafte Lichteffekte.

Künstlerischer Dialog

Die Brüder würden in ihren Werken die Kunst weitertragen und das Licht fixieren, jeweils auf ganz eigene Art und Weise, so Dicker weiter. Bildhauer Tobias, der bei seinem Vater Heinrich das Handwerk von der Pike auf gelernt habe, verpasse seinen Werken fast schon volkstümlich wirkende Rundungen. Zugleich handle es sich aber auch um Abstraktionen mit einer Reduzierung auf das Wesentliche. "Der Stein erzählt ihm eine Geschichte und er erzählt die Geschichte durch den Stein", verdeutlichte die Expertin.

Johannes arbeite mit einem ganz anderen Material. Dabei fixiere er jeden Arbeitsschritt genau, dennoch komme oftmals etwas anderes heraus als erwartet - etwas ganz besonders Schönes. Ein Beispiel hierfür sei das mehrteilige Kunstwerk in Glasfusing-Technik mit seinen im Licht sanft changierenden Farbverläufen im Gelb-Rot-Bereich. "Es ist halt einfach schöss Zeuch hier, schaut's euch an", meinte die gebürtige Kronacherin.Dem mag man sich anschließen. Neben "warm welcome" besticht auch "Reststück" mit feiner Glasfusing-Technik. Wunderbare Lufteinschlüsse sieht man bei "Take me to the moon". Zu sehen sind weiter die Sprayarbeiten "Zwischenraum" und "Königskerzen" sowie die Glasmalereien "Kleine Türkise" und "kleine Rostrote".

"Ich erfinde nicht alles neu"

"Langsam begreife ich, was es mit dem Licht, seiner Farbtemperatur, seiner Wirkung auf Räume in sich hat", sagte Johannes Schreiber, der seit über 20 Jahren mit Glas arbeitet. "Wenn ich einen Entwurf mache, versuche ich, das Licht mitzudenken. Manchmal gelingt es. Ich erfinde nicht alles neu. Ich baue auf. Ich befinde mich in dauernder Auseinandersetzung mit dem Glas und dem Licht. Manchmal geht diese Entwicklung in Riesenschritten, manchmal zögerlich."

Sein ebenfalls als freischaffender Künstler tätiger Bruder Tobias zeigt eine Reihe aussagekräftiger Werke aus ganz unterschiedlichen Materialien. Das ist in erster Linie natürlich der prägende Kronacher Sandstein - als Ausgangsmaterial für "Ennie + Felix" sowie "Wandertag".

Sein stehender Akt besteht aus Schönbrunner Sandstein, der sitzende Akt aus Muschelkalk. Für seine "Fahrradfahrertrockenübung Tour de France" verwendete er Laaser Marmor, sehr hart und widerstandsfähig aus Südtirol.

Bedrohte Natur

Seinen "Bär mit Fisch" fertigte er aus der Gesteinsart Diabas, ebenso wie seinen kleinen und großen "Gorilla". Tobias Schreiber stellt seinen Gorilla schützend vor eine Blume - als Symbol für die bedrohte Natur.

Ein Großteil der Exponate ist verkäuflich

Etwas verwundert es schon, dass die "Schreibers-Buben" erst jetzt gemeinsam ausstellen. Betrachtet werden kann die sehr sehenswerte Ausstellung bis zum 28. Oktober jeweils von Freitag bis Sonntag von 14 Uhr bis 18 Uhr im Atelier von Michael Huth in der Klosterturnhalle (bei der Klosterkirche).

Der Atelierinhaber hatte eingangs die zahlreichen Besucher, darunter viele Freunde und Angehörige der Familie Schreibe, begrüßt. Ein Großteil der Exponate ist verkäuflich.