Noch kann sich der BRK-Kreisverband über einen Mangel an Bewerbungen nicht beklagen. Dennoch wissen die Verantwortlichen, dass künftig auch ihr Wohlfahrtsverband vom demografischen Wandel betroffen sein wird. Um junge Leute auf die vielfältigen Berufs- und Einsatzmöglichkeiten aufmerksam zu machen, lud der BRK-Kreisverband die angehende Kranken- und Gesundheitspfleger am Dienstag ein, um ihre Einrichtungen kennen zu lernen.

Drei davon waren Linda Herrmann, Markus Pohl und Ensar Karapinar aus Steinbach am Wald. Die Jugendlichen absolvieren derzeit im zweiten Ausbildungsjahr eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger.

"Dieser Tag war abwechslungsreicher als ein normaler Unterrichtstag", zog Linda Herrmann Resümee. Sie gehörte zur Gruppe, die in der BRK-Sozialstation im oberen Frankenwald war. Leiterin Carmen Fehn berichtete von ihrem Aufgabenbereich.
Schwerpunktmäßig ging es vor allem um die häusliche und ambulante Pflege. Zudem ging sie auch auf das Mehrgenerationenhaus in Buchbach und auf das Projekt "Lebensqualität für Generationen" ein.

Die Meinung geändert

Für Linda Herrmann sowie ihre Kollegen Markus Pohl und Ensar Karapinar war dieser Vormittag auch eine Vertiefung, denn bei einem Praktikum konnten sie in den Alltag einer Pflegerin hineinschnuppern. Diese Wochen, so Ensar Karapinar, seien sehr lehrreich für ihn gewesen. Anfangs habe er von dieser Einrichtung nicht viel gehalten, aber mittlerweile habe er seine Meinung geändert. Denn die Patienten benötigten Hilfe und seien in der Regel auch dankbar.

Zieht er Vergleich zu seinem Ausbildungsalltag in der Klinik, dann spricht er von mehr Eigenverantwortung, verstärktem selbstständiges Arbeiten und - wenn man die Patienten kennt - von einer Vertrauensbasis. "Man hat das Gefühl, in einer Familie mit eingebunden zu werden", ergänzt Markus Pohl.

Am diesem Projekttag war für sie besonders die Arbeit in der Gruppe eine tolle Erfahrung, da viele Fragen über Berufsinhalte gestellt wurden. Zudem war es für sie auch interessant, das Interieur eines Rettungswagens kennen zu lernen. Angst vor der Zukunft haben die drei - zumindest was ihren Beruf betrifft - nicht. Sie wissen, Pflegeberufe sind künftig noch mehr gefragt.

Insgesamt waren an diesem Tag 46 Schüler der Krankenpflegeschule Kronach und Kutzenberg beim BRK-Kreisverband. Am Nachmittag kamen die Beteiligten im BRK-Haus zusammen, um über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Abwechslungsreiche Berufe

Insgesamt gab es eine positive Zusammenfassung. Es war von vielseitigen und abwechslungsreichen Berufen die Rede. Es gab auch anerkennende Worte, wie beispielsweise über die Mitarbeiter des Fahrdienstes, die manchmal mehrmals am Tag "drei Stockwerke" bewältigen müssen, oder über die Rettungssanitäter, für die eine Zwölf-Stunden-Schicht die Regel ist.

Zufrieden mit dem Tag war auch Norbert Grundhöfer. Er ist beim BRK-Kreisverband für das Projekt "Mittelfristige Sicherstellung der Pflegequalität in der Region" zuständig. Bereits im vergangenen Jahr habe man Jugendliche auf die Berufsmöglichkeiten im BRK-Kreisverband aufmerksam gemacht. Da war eine Abordnung von Mitarbeitern in verschiedenen Klassen. Die Variante, die Schüler zu den einzelnen Pflegeeinrichtungen und Gruppierungen zu führen, sei besser.

Sie waren voll bei der Sache

In die gleiche Kerbe schlägt auch BRK-Kreisgeschäftsführer Roland Beierwaltes. Auf diese Weise werde der Einblick in die Berufe für die Schüler interessanter dargestellt. Sie nähmen verschiedene Eindrücke auf, könnten sich austauschen und vor Ort Fragen stellen.

Das bestätigte auch die Leiterin der BRK-Sozialstation, Carmen Fehn. "Es hat Spaß gemacht und die Jugendlichen waren voll bei der Sache." Roland Beierwaltes hofft nun, dass der eine oder andere nach seiner Ausbildung und vielleicht auch später, zum BRK-Kreisverband kommen wird, sei es aus beruflichen Gründen oder einfach nur, weil er sich ehrenamtlich engagieren will. Denn er weiß, die Zahl der Pflegebedürftigen wird steigen, die Zahl junger Menschen dagegen zurückgehen. Die Schüler waren in vier Gruppen aufgeteilt.

Besucht wurden die Sozialstation Oberer Frankenwald, die Mehrgenerationenhäuser in Kronach und Buchbach, die BRK-Seniorenhäuser in Kronach und Ludwigsstadt sowie die Servicedienste.