Das Kronacher BRK-Seniorenheim steht mittlerweile seit 27 Jahren. Dennoch ist sich BRK-Kreisgeschäftsführer Roland Beierwaltes sicher, dass es qualitativ noch immer auf einem hohen Niveau ist. Allerdings ist er überzeugt, dass das Rote Kreuz etwas tun muss, um langfristig diese Qualität bieten sowie der demografischen Entwicklung und einer sich ändernden Erwartungshaltung der Bewohner begegnen zu können.

Darum rollen inzwischen die Bagger, und am Dienstag wurde der Grundstein für einen großen Anbau gelegt. "Auf drei Ebenen entstehen jeweils zwölf Bewohnerplätze", erklärt der Kreisgeschäftsführer.

Die Bewohner sollen jedoch nicht isoliert in ihren Zimmern sitzen, sondern in den Alltag des Hauses integriert sein. "Das Zimmer ist - wie zuhause - eigentlich nur ein Schlafzimmer. Daneben gibt es jeweils einen großen Koch- und Wohnbereich", schildert Beierwaltes die Planungen. So sollen die drei Ebenen zu Hausgemeinschaften und Lebenswelten werden.

Da in diesem Bereich des Alten- und Pflegeheims Menschen mit Demenz einziehen werden, ist ein solches Umfeld in Beier waltes' Augen von besonderer Bedeutung. "Die Bewohner können sich beteiligen, mit Kochen, den Kaffeeduft wahrnehmen", beschreibt er die Vorteile dieses Konzepts. Die an Demenz erkrankten Menschen könnten so einen normalen Alltag leben.

Neubau soll in einem Jahr stehen


Wenn die Erweiterung im Sommer 2013 bezugsfertig sein wird, soll auch im bestehenden Gebäude gehämmert und geschraubt werden. "Wir bauen aber nicht, um größer zu werden", unterstreicht Beier waltes, dass es auch in diesem Bauabschnitt darum gehe, dass Heim zukunftsorientiert zu sanieren. "Wir bauen so etwas nicht für zehn Jahre, sondern für die nächsten 25, 30 Jahre." Und in dieser Zeitspanne sei zu erwarten, dass die Menschen ganz andere Ansprüche an ein Heim stellen, beispielsweise bei der Medien- oder Internetnutzung.

Auch werde die Zahl der Einbettzimmer von 44 auf 88 erhöht, und größere Aufenthaltsräume würden entstehen, um das Haus offener zu gestalten, sagt Beierwaltes. Daher wird die Kapazität trotz des Anbaus nur von 149 auf 154 Plätze steigen.

Doch nicht nur die Bewohner, sondern auch die Pflegekräfte seien eine Hauptzielgruppe, die von der Modernisierung profitieren soll. Ihnen will man eine noch bessere Atmosphäre im Haus bieten.

Ein kostbares Gut


"Die Mitarbeiter werden gerade im Pflegebereich ein noch rareres Gut werden. Darum müssen wir ein gutes Arbeitsumfeld schaffen", betont der Kreisgeschäftsführer, dass auch solche Faktoren zählen, wenn man gute Arbeitskräfte bekommen und behalten will.

Das Rote Kreuz muss für dieses Vorhaben jedoch eine stolze Summe schultern. 4,2 Millionen Euro wird die Baumaßnahme voraussichtlich verschlingen. Abgesehen von einer 300 000-Euro-Förderung durch das Deutsche Hilfswerk wird das BRK diese Kosten selbst tragen müssen. "Aber es ist eine Investition für den Landkreis und die Bevölkerung, die auch zur Sicherung von Arbeitsplätzen beiträgt", hält Beierwaltes fest.

Momentan liege man baulich wie bei der Umstrukturierung voll im Zeitplan. Und wenn die Gesamtmaßnahme im Frühsommer 2014 abgeschlossen sein wird, glaubt der Kreisgeschäftsführer fest daran, dass das große Ziel erreicht sein wird: "Wir wollen die Wohlfühlatmosphäre in unserem Haus erhalten, getragen von Mitarbeitern, Architektur und Einrichtung."