Die Sirenen heulen auf. Blaulicht blitzt. Die Feuerwehrleute stürmen zu den Fahrzeugen. Wenig später machen sie sich jedoch schon wieder auf den Heimweg. Der Fehlalarm einer privaten Brandmeldeanlage (BMA) hatte sie ausrücken lassen. Dieses Szenario spielt sich zig Male übers Jahr ab. Daher hat die Kreisstadt nun ihre Feuerwehr-Kostensatzung angepasst. 350 Euro pauschal kostet es den Verursacher künftig, wenn die Brandschützer ohne Not anrücken müssen.

"In den vergangenen Jahren nahmen Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen, welche sich als Fehlalarm herausstellten, zu", hieß es im Beschlussvorschlag an den Stadtrat, dem vom Gremium einmütig zugestimmt wurde. "Im Jahr 2012 wurden vier Kostenbescheide für das Ausrücken nach Fehlalarmen erlassen, im Jahr 2013 waren dies elf.
Laut Einsatzberichten beträgt bis Ende Oktober 2014 die Zahl der Fehlalarme von privaten Brandmeldeanlagen 20", wird in dem Schriftstück auf eine deutliche Tendenz verwiesen.


Rauchmelder ist etwas anderes

Der Kronacher Feuerwehrkommandant Martin Panzer nimmt allerdings allen Privatleuten die Angst, dass sie ein unbegründeter Alarm ihres Rauchmelders in die Taschen greifen lässt. "Da passiert gar nichts", hebt der Feuerwehrmann hervor. Auch wenn ein Nachbar das Signal höre und die Brandschützer alarmiere, sei dies nicht verrechenbar.

Rauchmelder sind nämlich keine Brandmeldeanlagen. Eine BMA ist unmittelbar mit der Integrierten Leitstelle verknüpft und befindet sich in Sonderbauten. Altenheime, Schulen, Justizvollzugsanstalten, Versammlungsstätten, Industriebetriebe ab einer gewissen Größenordnung, Krankenhäuser und Hotels zählen dazu. Für diese Bauten ist eine BMA baurechtlich vorgeschrieben. "Im Gebiet der Stadt Kronach haben wir insgesamt 40 solcher Anlagen", erklärt Panzer.

Wenn eine davon auslöse, müsse die Feuerwehr ausrücken. Auf jeden Fall komme dann ein Löschfahrzeug mit Wasser und Ausrüstung für einen Erstangriff. Je nach Gebäude folge die Drehleiter, und dann fahre noch ein Kommandofahrzeug mit, so Panzer. Selbst wenn unterwegs von einem Fehlalarm ausgegangen werden kann, muss die Feuerwehr weiterfahren. Nur sie kann die Anlage wieder deaktivieren, nur sie darf einen Fehlalarm feststellen.

Doch warum lösen die BMA so oft aus, obwohl es gar nicht brennt? "Die meisten Fehlalarme rühren daher, dass irgendwo Rauch oder Staub gemacht wird", stellt Panzer fest, dass Küchen- oder Bauarbeiten die Ursache sein können. Wenn dann vergessen werde, im betroffenen Bereich die Linie der BMA abzustellen, schlage diese eben Alarm. "Echte Störungen der Anlage sind seltener der Auslöser. Und heute unterscheiden moderne Brandmeldeanlagen auch zwischen Störungen und Alarmierungen", erklärt Panzer den technischen Fortschritt.


Anlagen sind sinnvoll

Dass die Stadt die Kosten für solche unnötigen Einsätze irgendwo auffangen muss, dafür bittet Panzer um Verständnis. Zudem sei der Pauschalpreis von 350 Euro in Kronach vergleichsweise human. Und letzten Endes seien die Brandmeldeanlagen ja auch wichtig und sinnvoll für die Früherkennung von Bränden. "Die Feuerwehr wird dadurch schon bei der Brandentstehung alarmiert."