Das angestrebte und länderübergreifende Mittelzentrum kann vorerst nicht umgesetzt werden. Denn: Aus dem ursprünglich im bayerischen Landesentwicklungsprogramm (LEP) festgehaltenen "möglichen Mittelzentrum Ludwigsstadt/Probstzella" ist jetzt im Entwurf für die Fortschreibung des LEP nur noch von einem Mittelzentrum "Ludwigsstadt" die Rede. Probstzella ist damit nicht mehr berücksichtigt.

"Die Grenzen sind halt doch nicht ganz beiseite geschafft", bedauerte auf Nachfrage der Probstzellaer Bürgermeister Marko Wolfram (SPD), dass man bei diesem seit Mitte der 90er Jahre kursierenden Thema nicht entscheidend voran kommt. Unterdessen hat nicht zuletzt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit Probstzella die Aufnahme in den thüringischen LEP als Grundzentrum beschert, das einem Mittelzentrum in Bayern entspricht.

"Die Lebenslinien der bayerischen und thüringischen Regionalentwicklung treffen sich im Bereich
Ludwigsstadt-Probstzella", erklärte der Ludwigsstadter Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD), der die gemeinsame Zusammenarbeit trotz der aktuellen Entwicklung weiter forcieren will. Ehrhardt hält eine Erschließung des länderübergreifenden Entwicklungspotenzials für die Region auf Grund der Randlagen und des gemeinsamen Wirtschaftsraum in früheren Zeiten für zwingend notwendig.

Gemeinsame Homepage

"Wir arbeiten schon lange intensiv und zielführend mit Probstzella zusammen", betonte der Bürgermeister in der Stadtratssitzung und verwies beispielsweise auf eine gemeinsame Homepage und einen gemeinsamen Flyer. Zudem wurden bereits zusammen Bauhofanschaffungen getätigt. Darüber hinaus werden Kooperationen bei Feuerwehr und Rotem Kreuz gepflegt. Auf Grund dieser schon seit längerer Zeit existierenden Zusammenarbeit beider Kommunen sprach sich Ehrhardt nach der Sitzung dafür aus, die "länderscharfe Abgrenzung" zu überdenken. Auch sollten rechtliche und bürokratische Hürden überdacht werden.

Für Timo Erhardt und seinem Stadtrat steht fest, den bereits bestehenden länderübergreifende Ansatz künftig zu intensivieren. Deshalb soll eine gemeinsame fränkisch-thüringische Projektgruppe ins Leben gerufen werden. Am Ende des Prozesses soll schließlich ein "Doppelzentrum Ludwigsstadt/Probstzella" stehen.
In der Projektgruppe werden aus Ludwigsstadter Sicht Hubert Bischoff (SPD), Stefan Heyder (CSU), Hermann Feuerpfeil (FW) und Bürgermeister Timo Ehrhardt vertreten sein. Das erste Treffen soll am 6. Mai stattfinden, um weitere Schritte einzuleiten.

Gemeinsame Stadtratssitzung

Ehrhardt will, sobald Ergebnisse vorliegen, auch eine gemeinsame Stadtratssitzung einberufen. "Die Projektgruppe ist der richtige Schritt, um länderübergreifend zusammenzukommen", zeigte sich Ehrhardt überzeugt.



Unterstützung Keine Einwände hatte der Stadtrat gegen die Aufstellung des Vorhaben bezogenen Bebauungsplans "Wiegand Glas" der Gemeinde Steinbach am Wald. "Jede Kommune soll die Möglichkeit haben, sich weiter zu entwickeln." Das Vorhaben könne man nur unterstützen, so der Bürgermeister.

Termine Der Bürgermeister wies auf den "Tag der Familie" am 5. Mai in Ludwigsstadt hin.
Michael Löffler (SPD) lud zum Bürgerfest nach Lauenstein ein, das vom 21. bis 23. Juni statttfindet.

Nachfrage Auf Nachfrage von Hubert Bischoff erklärte Timo Ehrhardt, dass die Brückenbaumaßnahme in der Kehlbacher Straße am 13. Mai fortgesetzt werden.