Unter einem guten Stern steht offenbar der Bau der neuen Wohnanlage im Ziegelwinkel 15 und 15 a: Nachdem Geschäftsführerin Katrin Mayer von der Zimmerei Heinz Konrad aus Kulmbach Wein auf das Wohl des Bauherrn, der Handwerker sowie der zukünftigen Mieter getrunken und ihre Gläser zu Boden geworfen hatte, zerbrachen diese jeweils in viele Scherben.

"Mit dem Neubau von zwölf Mietwohnungen wollen wir fortfahren und in Kronach weiteren bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen", betonte Architekt Uwe Döring, der nicht auf das Dach kraxelte, sondern seine Ansprache auf sicherem Boden hielt. Sehr erfreut zeigte er sich, zur Feier des Tages Vertreter der Oberfränkischen Baugenossenschaft, am Bau beteiligten Büros und Firmen, Kronachs Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann sowie Vertreter der Sparkasse Kulmbach-Kronach begrüßen zu können. Auf einer Gesamtwohnfläche von circa 870 qm entstehen hier sieben Drei-Zimmer-Wohnungen, vier Zwei-Zimmer-Wohnungen sowie eine Vier-Zimmer-Wohnung. Die Fertigstellung der Wohnanlage ist für die Sommermonate 2019 geplant.

"Schon jetzt liegen uns mehr Wohnungsbewerbungen vor, als die Anzahl der Wohnungen, für die wir heute Richtfest feiern. Das Interesse nach zeitgerechtem und vor allem bezahlbarem Wohnraum ist groß und wird bei entsprechender Infrastruktur auch in Kleinstädten aller Voraussicht nach weiter steigen", zeigte sich der Vorstand sicher. Dies wundere nicht, da die steigenden Mietpreise in den Ballungsräumen und Großstädten für viele Menschen nicht mehr bezahlbar seien.

Appell: Weitere Wohnflächen schaffen

Sein Appell ging an die Politik: "Bitte alle Möglichkeiten für die Schaffung weiterer Wohnflächen ausloten - insbesondere im Bereich der Innenentwicklung durch Anpassung der Bauleitpläne, um dem künftigen Wohnungsbedarf gerecht zu werden."

Beispiele hierfür seien die Wohnraumverdichtung durch den Ausbau von Dachgeschossen, die Nutzung von Baulücken beziehungsweise die Genehmigung von Ersatzneubauten mit einem höheren Grad der baulichen Nutzung sowie eine auf die Wohnungsgrößen bezogene Stellplatzsatzung.

Alle zwölf Wohnungen verfügen über eine bodengleiche Dusche und die erforderlichen Bewegungsräume für ein barrierefreies Wohnen innerhalb der Wohneinheit und sind mit elektrischen Außenrollos ausgestattet. Die Wohnungen im Erdgeschoss sind barrierefrei zu erreichen. Zur Unterbringung der Kraftfahrzeuge stehen ein Carport sowie zusätzliche offene Stellplätze zur Verfügung.

Die in Kalkstein gemauerten Außenwände erhalten ein Wärmedämmverbundsystem mit 14 Zentimetern Außendämmung und Kunststofffenster mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung. Die Dachflächen werden sowohl zwischen als auch auf den Sparren gedämmt. Jedes Gebäude wird mit einer Gaszentralheizung und solarer Warmwasseraufbereitung mit Heizungsunterstützung ausgestattet.

Baulücken schließen

Wie Kronachs Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann würdigte, entspreche die entstehende Wohnanlage genau der Zielrichtung der Stadt Kronach - nämlich der Schaffung bezahlbaren Wohnraums. "Der Straßen- und Wohnungsbau wird in den nächsten zehn Jahren eine der dringendsten Aufgaben der Stadt Kronach sein", verdeutlichte sie. Aufgrund der speziellen topographischen Lage der Drei-Flüsse-Stadt Kronach mit zahlreichen überschwemmungsgefährdeten Gebieten gelte es, alle vorhandenen Möglichkeiten zu ergreifen - sprich zu verdichten, Leerstand und Brachen zu nutzen wie auch noch vorhandene Baulücken zu schließen. Sie lobte die hervorragende Planung der sich so harmonisch in das Umfeld einfügenden Wohnanlage.

Der Oberfränkischen Baugenossenschaft dankte sie für die Investition von rund 1,5 Millionen Euro sowie für die bisherige und auch weiterhin sehr gute Zusammenarbeit. Im Anschluss waren alle Beteiligten nach alter Tradition zum Richtschmaus in den Gasthof "Zum Frack" Steinberg eingeladen.