19 Studenten der renommierten Bauhaus-Universität Weimar zimmern derzeit emsig an der Holzkonstruktion für den geplanten Teuschnitzer Jugendtreff "Treffpunkt Steg". Allesamt sind sie Absolventen des Masterstudiengangs "Entwerfen und Tragwerkskonstruktion" im Fachbereich Architektur.


Neun Tage Bauzeit

In nur neun Tagen wollen die Studenten unter fachlicher Leitung von Professor Rainer Gumpp sowie der wissenschaftlichen Mitarbeiter Kassandra Löffler und Stephan Schütz die Bauarbeiten abgeschlossen haben. Dann soll die 24 Meter lange Konstruktion bestehend aus einem 16 Quadratmeter großen Häuschen sowie einer Terrasse mit Rückwand und Sitzflächen fertiggestellt sein. Unterstützt werden die Studenten von Jugendlichen der Stadt Teuschnitz. Sie waren von Anfang an in die Planungen einbezogen.

"Die Zusammenarbeit mit der Bauhaus-Universität kam durch den Kontakt des Architekturbüros ‚freiraumpioniere‘ aus Weimar zustande, das mit der Planung und Ausführung der städtebaulichen Maßnahmen in Teuschnitz beauftragt ist", erläutert die Teuschnitzer Bürgermeisterin Gabriele Weber. "In einer ersten Sondierungsrunde haben unsere Jugendlichen gemeinsam mit Professor Gumpp und seinen Studenten besprochen, wie ihre Vorstellungen von einem idealen Jugendtreff aussehen."
"Wunschliste" bearbeitet
Kassandra Löffler von der Bauhaus-Universität: "Schnell war klar: Die Jugendlichen wünschen sich eine gewisse ‚Abschottung‘ zum nahegelegenen Kinderspielplatz und Stadtkern; sie wünschen sich eine Feuerstelle, eine Art ‚Schaukel‘, Sitzplätze und einen Ort, der nicht nur im Sommer, sondern auch in den Übergangszeiten Frühling und Herbst nutzbar ist." Löffler weiter: "Auf Basis dieser ‚Wunschliste‘ haben unsere Studenten ihre Ideen innerhalb von vier Wochen in konkrete Entwürfe umgesetzt. Nach einer Machbarkeitsstudie und einer Abstimmung mit Bürgerbeteiligung in Teuschnitz hat sich letztlich der Entwurf ‚Treffpunkt Steg‘ durchgesetzt."

Das Siegerkonzept integriert die umliegenden Bäume und öffnet sich zum Festplatz hin. Der neue Jugendtreff wird somit nicht nur den Jugendlichen, sondern auch den Besuchern des Festplatzes und der angrenzenden Kulturwiese als Platz für Erholung und Kommunikation dienen.


Wichtige Praxiserfahrung

"Das Sommersemester ist an der Bauhaus-Universität üblicherweise die Zeit, in der gebaut wird. In dieser Zeit realisieren wir gesellschaftsorientierte Projekte, die an uns herangetragen werden. Für unsere Studenten ist es enorm wichtig, nicht nur die Theorie sondern auch das Bauen ganz praktisch und eigenhändig zu erleben. Manche der jungen Leute haben bereits Praxiserfahrung, andere halten zum ersten Mal einen Akku-Schrauber in der Hand. Das Projekt in Teuschnitz ist das bislang größte und am weitest entfernte Projekt, das wir realisieren dürfen", so Löffler.

Nur neun Tage haben die Studenten Zeit, um in Teuschnitz Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen. Dann heißt es wieder: Uni-Alltag in Weimar. Entsprechend lang sind die Arbeitstage auf der Baustelle. "Dabei werden wir nicht nur von der Stadtverwaltung und den Jugendlichen sondern auch von der Teuschnitzer Bevölkerung und insbesondere von den ansässigen Metzgern und Bäckern sehr unterstützt. Die Herzlichkeit, mit der wir hier aufgenommen wurden, ist einmalig."


80 Prozent Zuschuss

Der neue Jugendtreff ist eine Maßnahme im umfassenden Stadtumbau, den Teuschnitz mit Unterstützung des Städtebau-Förderprogramms bereits vor fünf Jahren gestartet hat. In diesem Rahmen wird die Investitionssumme für den Jugendtreff von rund 60 000 Euro zu 80 Prozent bezuschusst.

Der Zukunftsplan, den Bürgermeisterin Gabriele Weber gemeinsam mit dem Stadtrat für ihre Stadt entwickelt hat, berücksichtigt die Bedürfnisse der Bürger aller Altersstufen. Das beginnt beim Bau eines neuen Spiel- und Klettergartens mit Wasserlauf, Strand und Teich für die Kleinen, geht über die Sanierung des Ortskerns, der Beseitigung und Neunutzung von Leerstand, die Ausweisung neuer Baugebiete, der Neugestaltung von Gründer- und Kreativ-Quartieren, bis hin zur Betreuung der Senioren im Projekt "In der Heimat wohnen" sowie "Teuschnitz 2.0". Das Erfolgsrezept von Gabriele Weber: Sie setzt auf den engen Dialog mit ihren Bürgern.