Ein Thema, das die Gemeinde Mitwitz schon seit längerem begleitet, ist die Errichtung einer Kinderkrippe hinter dem bestehenden Kindergarten. 25 Plätze sollen es werden, und ein weiteres Mal stand die Finanzierung während der Gemeinderatssitzung auf dem Prüfstand. Grund war, dass die mögliche Sonderförderung des Bundes noch offen ist. Ob und wann sie kommt, bleibt derzeit noch unklar, deshalb muss man aktuell neu kalkulieren. Unter dem Strich bedeutet das für den kommunalen Eigenanteil eine Summe von 1,2 Millionen Euro. 375 000 Euro will die evangelische Kirchengemeinde als Träger beisteuern, 911 000 Euro kommen vom Freistaat Bayern aus Mitteln des Finanzausgleichsgesetzes (FAG).

Bürgermeister Oliver Plewa räumte dabei ein, dass man über den einen oder anderen Planungsschritt nicht glücklich gewesen sei, denn gerade die ersten Planungen, die der Träger in Auftrag gegeben habe, seien - zumindest in Teilen - nicht durchführbar gewesen. Nun arbeite man mit dem Architekturbüro Kropf zusammen; das klappe wesentlich besser. "Wir müssen jetzt sehen, dass wir den Bau voranbringen", war Plewas Empfehlung ans Gremium.

Handlungsstrategie das Ziel

Eine Überprüfung der Schutzgebiete und der Tiefbrunnen der Wasserversorgung Mitwitz stand auf Antrag der FWG-Fraktion ebenfalls auf der Agenda des Abends. "Das ist ein ganz wichtiges Thema", betonte Plewa. "Es geht um alle Wasserschutzgebiete in Steinach und Mitwitz."

Stattgefunden habe bis dato schon ein Gespräch mit einem Ingenieurbüro. Als nächstes will man Angebote für die hydrogeologische Auswertung und Erstellung der wasserrechtlichen Auftragsunterlagen einholen. Bereits vorhanden sei dagegen eine Bedarfsplanung der Wasserversorgung Mitwitz. Ziel sei es, eine Handlungsstrategie zu erarbeiten für Straßen, Wasser, Abwasser, Regenwasser und ein Geoinformationssystem (GIS).

Plewa bezeichnete das Vorhaben als "umfangreiche Geschichte" und als Pflichtaufgabe der Gemeinde. Vor allem viel Know-how komme dabei vom Partner FWO, mit dem man eng zusammenarbeite.

"Wir bleiben dran"

Jetzt gelte es, die Lage auch elektronisch zu erfassen, denn "das Meiste liegt unter irgendwelchen Straßen". Und deren Zustand müsse man ebenfalls bewerten. Nicht reagieren, sondern agieren müsse man. Plewa: "Für mich ist das der einzig gangbare Weg. Wir bleiben an diesem Thema dran."

Begonnen werden solle eventuell an der Kreisstraße in Neundorf. "Wenn der Kreis baut oder saniert. Auch hier können wir auf Fördermittel zurückgreifen", erklärte der Bürgermeister.

Stadtumbaumanagement soll Mitwitz beleben

Der Fingerzeig aus Mitwitz geht in Richtung Zukunft - und das mit großen Schritten. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung haben sich die Räte entschieden, das Planungsbüro CIMA aus Forchheim mit einem Stadtumbaumanagement zu beauftragen. Geschäftsführer Roland Wölfel kündigte bei der Präsentation ein breites Spektrum und vor allem Nachhaltigkeit für Mitwitz an.

Wölfel unterstrich die Finanzierbarkeit der Planungen: "Wir nutzen die unterschiedlichsten Förderinstrumente. Außerdem sind wir nicht ausschließlich auf Schönheit bedacht, sondern vor allem auf Funktion."

An seiner Seite waren Architektin Bettina Seliger und Regionalmanagerin Julia Fangauer. Transparenz soll her, man wolle die Menschen mitnehmen und nicht einfach überfahren. Als einen Pluspunkt werteten sie vor allem die Tatsache, dass man in der Gemeinde Mitwitz nicht bei null anfangen müsse, denn vieles sei schon vorhanden, der soziale Zusammenhalt etwa oder zahlreiche Vereine. Auf diese Sachen baue man auf. Wichtig für den Markt Mitwitz seien jetzt vor allem Auftaktgespräche und vielleicht sogar eine Auftaktklausur. Danach beginne die Recherchearbeit, um sich einen Überblick zu verschaffen. Die Planer wollen "über den Rahmen hinausdenken". Was das bedeutet, erklärte Julia Fangauer: "Wir wollen vor allem neue Nutzungen für vorhandene Objekte finden, den Ort vitalisieren und beleben, Kultur, Wohnen und Tourismus fördern. Denken können wir uns auch eine Vermarktung regionaler Produkte und ein Innenentwicklungskonzept. "Initiieren und Ideen reintragen," nannte es die Regionalmanagerin.

Entscheidungshilfen für Gemeinde

So will man der Gemeindeverwaltung Entscheidungshilfen und Nutzungsinhalte an die Hand geben. Mit im Paket seien auch eine Bauleitplanung und eine passgenau Umsetzungsstrategie. Flankiert werden solle das Projekt dauerhaft von entsprechender Öffentlichkeitsarbeit. Eine Maßnahme dabei könne auch sein, die Bürger online einzubinden, da Präsenzveranstaltungen derzeit schwieriger zu handeln seien. Denkbar für die Durchführung wären Workshops, Arbeitskreise und Projektgruppen. Und man versprach auf jeden Fall, die Ortsteile nicht außen vor zu lassen. Losgehen soll es Anfang November.

Bürgermeister Oliver Plewa betonte noch einmal, dass man mit dem Projekt "Stadtumbaumanagement" auf eine 60-prozentige Förderung der Regierung von Oberfranken zurückgreifen könne. Einmal wöchentlich soll es auch eine Präsenz der CIMA vor Ort geben.

Die Aufgaben des Planungsbüros fasste Oliver Plewa so zusammen: Unterstützung und fachliche Beratung bei allen Themen rund um eine erfolgreiche Ortsentwicklung. Enge, inhaltliche und organisatorische Verzahnung mit der Verwaltung, Konkretisierung und Anstoß der Umsetzung mit hoher Priorität. Insbesondere prägende Baumaßnahmen in der Ortsmitte sowie die Auflage eines kommunalen Sanierungsprogramms, Aufbau und Fortführung eines aktiven Flächenmanagements wie etwa die Vermeidung und Wiederbelebung von Leerständen, Weiterentwicklung der touristischen Attraktivität im Ortskern (zum Beispiel historisches Wasserschloss und Oberes Schloss).

"Damit", versprach er, "sollen die besten Voraussetzungen für eine weiterhin erfolgreiche Orts- und Stadtentwicklung geschaffen werden."

Im Marktgemeinderat kurz notiert

Öffnung Die Nutzung der Schulturnhalle und der Turnhalle am Wasserschloss ist laut Bürgermeister Plewa ab Montag, 28. September, wieder möglich. Dabei habe man die Vereine aufgefordert, ein Hygienekonzept zu erstellen. Ein Ortstermin finde am Dienstag, 22. September, statt, bei dem man die Bedingungen für die Nutzer erläutern möchte. Die Bücherei in der Alten Schule habe ebenfalls wieder geöffnet. Personalien Seit dem 1. September ist Dana Rüger als neue Mitarbeiterin im Bürgerbüro tätig. "Das ist die erste Anlaufstelle für Bürgerfragen aller Art", sagte Plewa. Ortsvertreter Plewa wies auf die Ortssprecherwahlen hin. Diese sind am Montag, 21. September, in Leutendorf am Feuerwehrhaus, am Dienstag, 22. September, in Hof an der Steinach im Gasthaus Schwämmlein und am Mittwoch, 23. September, in Schwärzdorf im Gemeindehaus. Der Wahlantrag für Burgstall stehe noch aus. Baumaßnahmen Zum Ausbau des Wiesenweges sagte Plewa, dass die Straßenbauarbeiten begonnen hätten. Die Befahrbarkeit sei deshalb eingeschränkt. Am Anwesen Kronacher Straße 3 habe es eine Erstbegehung und eine Probenentnahme durch das Ingenieurbüro gegeben. Sobald Untersuchungsergebnisse vorliegen, wolle man die Ausschreibung für den Rückbau vornehmen. Baugrunduntersuchungen und Brückenprüfungen fanden für die Fischer-Brache statt. Erkundung Eine Exkursion in die Biodiversitätsgemeinde Tännesberg soll am Donnerstag, 8. Oktober, stattfinden, um Eindrücke von Naturschutz, der Kulinarik und dem sanften Tourismus zu gewinnen. Anmeldungen nimmt bis 20. September Ulrich Münch von der LBV-Kreisgruppe Kronach entgegen (E-Mail kronach@lbv.de).