Von der Anhöhe unterhalb von Ziegelerden bietet sich ein wunderbarer Ausblick auf die Kreisstadt. Der Kreuzberg, die Innenstadt und Kronachs Ausdehnung in Richtung Rodachtal präsentieren sich von dort. Doch dieses Bild bekommt bald einen Schönheitsfehler - und der wird mehrere Meter hoch sein. Ein Funkmast soll errichtet werden.

"Der berühmte Blick nach Kronach wird kaputt gemacht", ärgert sich Stefan Messelberger. Er wurde von dem Bauvorhaben völlig überrascht. Beim Fahrradfahren habe er einen Bauarbeiter getroffen, der eine Stromleitung verlegt habe. Dieses Kabel führt an die Stelle des geplanten Mastes, wo momentan nur ein Holzpfahl darauf hinweist, was dort bald stehen wird.


Stadt nicht einbezogen

Auch für die Stadtverwaltung in Kronach kam dieses Bauvorhaben überraschend.
"Wir haben indirekt davon erfahren, weil die Eon wegen einer Aufgrabungserlaubnis angefragt hat", erklärt der für diese Angelegenheit zuständige Georg Köstner. Auch er ist nicht begeistert von dem, was die Telekom dort vornimmt, um ihre Netzabdeckung zu verbessern. Zwar hat die Verwaltung Rücksprache mit dem Unternehmen gehalten, doch Einfluss auf den Bau des Mastes hat sie in diesem Fall nicht. "Das Projekt bewegt sich im Bereich des Genehmigungsfreien unter zehn Metern. Es ist ein privilegiertes Vorhaben im Außenbereich", stellt Köstner fest.


Ungünstige Stelle

Gäbe es im Bereich des Mastes eine direkte Nachbarschaft, könnte die Stadt auch ihre Bedenken besser zum Ausdruck bringen. Doch so sind Kronach die Hände gebunden, wie Köstner feststellt. "Das ist bedauerlich, denn sonst hätte die Stadt Einwände wegen des Landschaftsbildes vorgebracht."

Nun hofft Stefan Messelberger, dass über die Schiene der Öffentlichkeit noch etwas bewegt werden kann, um den Bau an dieser Stelle zu verhindern. "Würde man den Mast bloß 100 Meter nach rechts rücken, dann wäre die Aussicht nicht zerstört", hofft er auf ein Einlenken der Telekom.