"Derzeit wird in New York ein Picasso-Gemälde für über 130 Millionen Euro versteigert. In einem Monat werde ich es selbst haben und meiner Frau zum Geburtstag schenken." - Mit diesen Worten eröffnet Helmut Schäl alias der "Fälscher aus P." augenzwinkernd seine Ausstellung im Kronacher Landratsamt.

Die Ausstellung trägt den Titel "Heterogenes". Zu sehen sind 23 Werke, die der Pressiger von verschiedenen Künstlern wie beispielsweise Monet, Ma gritte oder Picasso abgemalt hat. Auch die Motivauswahl reicht unter anderem von Landschaftsbildern über Frauenporträts bis hin zum "blauen Reiter".

Die ausgestellten Kunstwerke gehören alle zu Helmut Schäls persönlichen Lieblingsbildern. Gemälde, die ihm besonders gefallen und die er unbedingt haben möchte, malt er sich selbst. Dabei legt er sich nicht auf einen bestimmten Künstler oder eine Richtung fest, sondern malt querbeet das, was ihn fasziniert. Für ihn ist nicht die Originalunterschrift auf einem Bild das Entscheidende, sondern die Intention, die dahinter steckt, der Ausdruck und der Stil. Beim Motiv hält er sich an das Original, jedoch malt er seine Bilder mit Acryl- statt Ölfarben. Zum Verkauf stehen jene Gemälde, deren Urheber bereits über 70 Jahre tot sind, um kein Urheberrecht zu verletzen.

Nachdem Helmut Schäl im Jahr 2005 in den, wie er selbst sagt, "Un-Ruhestand" getreten ist, folgte schon ein Jahr später seine erste Ausstellung im Landkreis Kronach, die auch im Landratsamt zu bestaunen war. Darauf folgten weitere Ausstellungen auf der Kunstmesse "ART-Kronach" sowie in der ehemaligen Synagoge. Dass er nach wie vor mit voller Leidenschaft malt und seine Freude daran nicht nachzulassen scheint, freut auch Kreiskulturreferentin Gisela Lang. Sie sieht die Galerie im Landratsamt als eine Art Forum für kreativ Tätige im gesamten Landkreis Kronach.

Im Rahmen der Vernissage überreichten Gisela Lang und der stellvertretende Landrat Gerhard Wunder dem Aussteller als Gastgeschenk eine Medaille, die ihn zum "tollreichsten Fälscher der Welt" kürt.