Einfach mal nichts tun ist nicht unbedingt Carina Möckels Stärke. Schon als Kind hat die 23-Jährige auf Spaziergängen Blumen und Zweige gesammelt, um später daraus Sträuße zu binden. Mit elf hat sie sich eine Laubsäge zu Weihnachten gewünscht. Während andere nach Feierabend auf der Couch liegen, bastelt und werkelt die junge Frau aus Friesen. Und das mit viel Leidenschaft und am liebsten mit Holz.

Die Ideen gehen ihr nie aus, meistens kommen sie spontan. Wie neulich, als Carina Möckels Patenkind (3) ihr einen Anhänger mit einem Foto von sich geschenkt hat. "Er war in Holzoptik. Doch als ich ihn in der Hand hatte, ist mir aufgefallen, dass er aus angemaltem Plastik ist." Kurzerhand hat die Hobby-Heimwerkerin ihre eigene Variante gebastelt - mit Holz aus dem familieneigenen Forst in Wallenfels.

Ob Anhänger, Namensketten mit Buchstaben und Tiergesichtern oder Holzscheiben mit Fotodruck: Carina Möckel setzt auf natürliche Materialien. "Wieso sollte ich etwas aus Plastik basteln, wenn wir hier im Frankenwald doch so viel Holz vor der Haustür haben?" Am liebsten arbeitet sie mit Birken. Für Nachschub geht es mit dem Freund in den Familienwald. Den Baum schlagen muss er, die 23-Jährige macht es ihm nicht leicht. "Mir gefallen meistens die Bäume, die tief im Wald stehen." Dann sägen sie den Stamm in handliche, einen Meter lange Stücke und fahren mit dem Traktor nach Hause.

Aus einem Stamm sägt Carina Möckel etwa 50 Holzscheiben in verschiedenen Größen. Bevor daraus ein natürliches Deko-Element wird, müssen sie erst einmal trocknen. Die kleineren legt Carina Möckel auf die Heizung. Doch bei einer größeren Ladung muss schon mal der Küchentisch herhalten. "Gott sei Dank unterstützt mich meine Familie bei meinen Ideen", freut sie sich. Denn bis die Holzscheiben bereit zum Bearbeiten sind, dauert es drei bis vier Tage.

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Folglich gibt es im Garten von Carina Möckel davon jede Menge. Beim Sägen, schleifen und Löcher bohren ist die 23-Jährige in ihrem Element. "Für mich ist das Entspannung und die perfekte Art, nach einem langen Arbeitstag abzuschalten." Ihre Wohnung ist übersät mit den daraus entstandenen Kreationen. Verwandte und Freunde wurden ebenfalls reichlich beschenkt. Letztere haben Carina Möckel dazu geraten, ihre Deko-Artikel zu verkaufen.

Die 23-Jährige war von der Idee angetan. Was jedoch noch gefehlt hat, war das eine Produkt, womit Carina Möckel auf sich aufmerksam machen kann. Eines Abends lag sie im Bett und grübelte. "Und dann sah ich meine Holzscheiben mit den Fotos", erzählt sie. "Ich konnte es gar nicht fassen, dass die perfekte Idee praktisch ein Jahr lang über mir hing." Der passende Name für ihr Kleingewerbe - "aufgemöckelt" - war schnell gefunden. In ihrem Freundeskreis ist ihr Nachname schon lange die Beschreibung dafür, etwas auf Möckel-Art kreativ aufzuhübschen.

Ab dem kommenden Dienstag nimmt Carina Möckel offiziell Bestellungen entgegen. Doch in ihrem Online-Shop auf www.aufgemoeckelt.jimdosite.com kann bereits gestöbert werden. Zuerst hatte sie Angst, dass sich niemand für ihre Ideen interessiert. "Die Leute hätten auch denken können, dass das, was ich mache, ein totales Lachprodukt ist." Doch das Gegenteil ist passiert: "Ich habe so viel Lob bekommen." Womit die Schöpferin selbst nicht gerechnet hat: Vor allem die Namensketten mit Tiergesichtern sind beliebt.

Wer bis zum 14. Dezember bestellt, dem garantiert Carina Möckel, dass die Artikel bis Heiligabend unter dem Weihnachtsbaum liegen. Für die 23-Jährige gibt es in der Adventszeit also noch jede Menge aufzumöckeln.