Konkrete Hinweise auf einen politischen Hintergrund gebe es aber nicht, sagte Polizeisprecherin Heidi Sonnenschmidt. Vom Keller breitete sich der Rauch in die oberen Stockwerke des Wohnblocks aus, so dass 13 Menschen wegen des Verdachts auf Rauchvergiftung im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die meisten konnten nach Angaben des Landratsamtes noch am selben Tag die Klinik wieder verlassen.

Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, dass der Brand zumindest fahrlässig verursacht wurde. Anhaltspunkte für einen Tatverdacht gegen einen konkrete Person, liegen derzeit nicht vor. Zur Zeit als das Feuer
ausbrach, war das Gebäude verschlossen und durch Mitarbeiter eines Wachdienstunternehmens beaufsichtigt. Eine Einwirkung von außerhalb des Gebäudes mit Zielrichtung auf den Kellerraum, in dem der Brand ausbrach,
ist nicht erkennbar. Hinweise auf eine politisch motivierte Tat ergeben sich aus den bisherigen Ermittlungen der Polizei nicht.

Das Feuer war in unmittelbarer Nähe eines Kleiderschrankes, der im Mittelgang des Kellers stand, ausgebrochen. Anzeichen dafür, dass brandbeschleunigende Mittel verwendet wurden, liegen ebenfalls nicht vor. Aufgrund des Schadensbildes ist derzeit unklar, was die Zündquelle war. Der durch das Feuer entstandene Sachschaden wird auf rund 30.000 Euro geschätzt. Das Gebäude wurde nach Abschluss der Ermittlungen vor Ort für
die Bewohner wieder frei gegeben. Das Landratsamt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt prüft nun abschließend, wann der Rückumzug der Bewohner dorthin erfolgen kann.

Das Gebäude, in dem nach Behördenangaben 175 Asylbewerber gemeldet sind, wurde wegen des Feuers evakuiert. Einige Bewohner kamen bei Freunden in der Nachbarschaft unter, 94 wurden in einer Turnhalle einquartiert - darunter viele Familien mit Kindern. Im Laufe des Tages konnten sie zeitweise in das Gebäude zurückkehren, um sich persönliche Sachen zu holen, wie der Sprecher des Saalfelder Landratsamtes, Peter Lahann, sagte. Die Bewohner werden wohl aber nicht vor Freitag in ihre Wohnungen zurückkehren können. Grund sei, dass es in einem Teil des Gebäudes noch kein Strom gebe, erläuterte Lahann. Zudem müssten etliche Räume gelüftet werden. pol/tos