Gerhard Schneider nimmt eine Schaufel voll Beton von der Ladefläche seines Lastwagens und wirft ihn auf die Fläche, die später das Plateau des Brunnens bilden soll. "Es werden noch Platten verlegt", erklärt er, während er den Beton glatt streicht. Seit einigen Wochen werkelt Schneider schon an dem Johannes-Brunnen auf dem Melchior-Otto-Platz. Denn der 340 Jahre alte Brunnen wird komplett saniert.
Zum einen war der Brunnen nicht dicht, Wasser ist ausgelaufen und gerade im Winter, wenn sich dann Eisplatten bildeten, wurde es gefährlich. Zum anderen bestand aber auch wegen des Mauerwerks Gefahr, zu groß waren die Spalten zwischen den einzelnen Elementen, so dass sich ein Kind beispielsweise leicht die Hand hätte verletzen können, erklärt Peter Maaß, Leiter der Stadtwerke, die Gründe für die Maßnahme.
Zwar sei zunächst nur geplant gewesen, die untere Sockelschicht und die Umrandung herauszubrechen und zu sanieren sowie den Brunnen abzudichten, bis Ostern sollten die Arbeiten fertig sein. "Doch dann mussten wir letztlich die Hälfte des Mauerwerks erneuern und brauchten einen komplett neuen Plattenbelag", sagt Maaß und freut sich in diesem Zusammenhang über das Verständnis der Rosenbergler, die den Brunnen deshalb heuer ausnahmsweise zu Ostern nicht schmücken konnten.. Durch die weiteren Maßnahmen haben sich auch die geplanten Kosten von 12 000 Euro erhöht und belaufen sich nun auf 16 000 oder 17 000 Euro, schätzt Maaß.
An der Form des Brunnens wird aber nichts geändert: "Es werden nur die defekten Stellen ausgebessert, ansonsten ist alles Original, sogar die neuen Platten sind aus dem gleichen Material wie die vorherigen. Aber sie gingen einfach kaputt und können deshalb nicht wieder verwendet werden", erklärt Maaß. Jeder einzelne Stein des Mauerwerks sei wieder an der gleichen Stelle wie zuvor. Dazu erhielt jeder Stein eine Nummer, die auch auf einer Skizze dokumentiert war. So konnte man den Brunnen wieder so zusammensetzen, wie er vor dem Abbau auf dem Melchior-Otto-Platz gestanden hat. "Das ist wie bei einem Puzzle", vergleicht es Maaß.
Nun müssen nur noch die Platten verlegt und die Figur von Johannes dem Täufer vom Grünbelag befreit werden. Ende kommender Woche soll der Brunnen fertig saniert sein.