Das abwechslungsreiche Programm faszinierte die zahlreichen Zuhörer, die sich mit kräftigem Applaus bedankten. Den Kreis der Ziegelerdener Musiker erweiterte die Chor- und Orchestergemeinschaft Cäcilia Kronach. Vermittelt hatte dies der Vorsitzende des Musikvereins, Thomas Hofmann, der auch bei der Cäcilia als Klarinettist aktiv ist.
Das Orchester der Cäcilia setzte, angetrieben von seinem engagierten Dirigenten Sascha Reimann, der mit ganzem Körpereinsatz bei der Sache war, gleich mit seinem ersten Stück einen kräftigen Akzent. Die Sinfonie in g-moll von Anton Rosetti, ein konzertant-festliches Stück, ging das Orchester schnell und mit viel Dynamik an und fesselte damit die Aufmerksamkeit der Zuhörer.
Einen Kontrastpunkt hierzu stellte der Canon in D-Dur von Johann Pachelbel dar, ein getragenes Stück, das sich von leisen, harmoniebetonten Klängen durch das verstärkte Zusammenführen der einzelnen Stimmen langsam steigert. Mit der Arie aus Rinaldo von Georg Friedrich Händel rundete die Cäcilia ihren Auftritt ab.
Seine Premiere hatte Larry Rayford, der Sänger der Blues-, Rock-, Soul- und Funk-Gruppe Orange Shakers, der seit einiger Zeit in Ziegelerden wohnt. Mit seiner einfühlsamen Stimme erzeugte er in der Kirche spannungsgeladenes Gospel-Feeling und zog die Zuhörer in seinen Bann - auch, weil er mit "Halleluja" und "Silent night" besonders ergreifende Stücke ausgewählt hatte, die er mit viel Emotion in der Stimme vortrug.


Warme, tiefe Stimmen

Ebenso gefühlvoll, jedoch in einer ganz anderen Stilrichtung, präsentierten drei Generationen, Oma Agnes, Andrea und Enkelin Anna Müller die volkstümlichen Lieder "Weihnachten steht vor der Tür" und "Winterzeit". Andrea Müller begleitete die warmen Stimmen von Jung und Alt, die sehr gut harmonierten, mit ihrer Zither, so dass eine heimelige Stimmung in der Kirche entstand - ebenso bei den Darbietungen der Männerschola Ziegelerden mit Arnold Bittermann, Dieter Altmann, Armin Herbst, Thomas Hofmann und Karl Schneider. Die warmen, tiefen und sehr gut aufeinander abgestimmten Männerstimmen passten sehr gut zu den Liedern "Stehet still und lauscht ein wenig" oder "Aus einer schönen Rose" und strahlten Ruhe und Behaglichkeit aus. Einen dynamischen Kontrastpunkt hierzu setzte der Musikverein Ziegelerden unter der Leitung von Karl Schneider mit hell schallenden, fanfarenartigen Stücken. Das kleine Blasorchester bestach durch eine gute Harmonie im Zusammenspiel, sodass durch die gute Akustik und den Nachhall der klaren Musik in der Kirche ein faszinierendes Klangerlebnis entstand.
Eine humorvolle Geschichte in Mundart, "Des Weihnachtsgschenk fürn Vorre" trugen Annalisa und Michaela Fischer vor. Darin versuchen die Kinder vor dem Weihnachtsfest, alle Wünsche des Vaters genau in die Tat umzusetzen. Freilich sind nicht alle Wünsche auch wörtlich so gemeint, worauf Sprüche wie "dafür gebe ich mein letztes Hemd" oder "die hat mir noch gefehlt" schließen lassen.
Stadtpfarrer Thomas Teuchgräber erklärte in seinen Gedanken zur Weihnacht, die Geburt Christi dürfe nicht oberflächlich gefeiert werden, sondern müsse in den Menschen geschehen.
Stadtrat Ralf Völkl freute sich über das Gastspiel der Cäcilia und bedankte sich bei allen Mitwirkenden und dem Kirchenbauverein für das schöne musikalische Weihnachtsgeschenk für die Zuhörer. Mit einem gemeinsamen Lied endete das Konzert. Die zahlreichen Spenden kommen traditionell der Hilfe für Bedürftige der karitativen Organisationen im Landkreis zu Gute. vz