Ist die Region geeignet, die eine oder andere Windparkfläche im Landkreis Kronach auf den Weg zu bringen? Wie ist die Energiewende in der Region zu bewältigen? Während des zweistündigen Aufklärungsabends wurde deutlich, dass die Meinungen zu diesem Thema auseinandergehen.
Deutlich wurde aber auch, dass die Stadt Teuschnitz bezüglich der Windparks eher eine ablehnende Stellung bezieht, dagegen Tettau und Ludwigsstadt an Windparkflächen interessiert sind. Dort sind aber keine möglichen Flächen ausgewiesen. Zudem wurde ersichtlich, dass ein großer Teil des nördlichen Landkreises als Landschaftsschutzgebiet gekennzeichnet ist, in Ludwigsstadt liegt dies gar bei 70 Prozent.
Wolfgang Degelmann von der Energievision Frankenwald führte aus, dass es ihm darum gehe, bezüglich der Windkraft Aufklärungsarbeit zu leisten. Er ließ außer Zweifel, dass die Energiewende nur mit einem Mix aus Photovoltaik, Biogas, Solar und der Windenergie zu bewältigen sei. Zudem sei jeder gefordert, möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Klar sprach er sich aus Kostengründen und auch wegen der Einsparungen von Stromleitungen für eine künftige dezentrale Energieversorgung aus.
Der Frankenwald wäre in der Lage, seine komplette Energieversorgung aus heimischen Energieträgern zu gewinnen. Vorhanden sei genügend Wald, Sonne für die Photovoltaik und ausreichend Wind.
Degelmann war überzeugt, dass die Windkraft im Frankenwald am effzientesten ausgeschöpft werden könne. Letztendlich bedeute dies aber auch einen großen Eingriff in das Landschaftsbild.
Im Regionalplan-West sei nun geplant, an den Standorten in Teuschnitz, Weißenbrunn und Küps 33 Anlagen mit installierten Leistungen von 198 Gigawattstunden zu etablieren. Diese Leistung würde nicht mal die Hälfte des Potenzials decken, das in der Leader-Studie errechnet wurde. Degelmann sprach des Weiteren von Vorteilen wie Wertschöpfung in der Region, Gewerbesteuereinnahmen etc.
Der Zweite Bürgermeister der Stadt Teuschnitz, Stefan Neubauer (FW), äußerte seine Skepsis. Kaum ein Windparkbetreiber zahle Gewerbesteuern. Er wies zudem auf einen Antrag von Thüringen und Sachsen hin, wonach die Abstandsflächen von 1000 Metern auf 1500 bis 2000 Meter vergrößert werden sollen. Auch der in Teuschnitz vorhandene Schwarzstorch war ein Thema.
Degelmann stellte klar, dass dem Regionalplan lediglich die Aussage nach möglichen Windkraftstandorten zu entnehmen sei. "Wir durchlaufen jetzt noch die komplette Prüfungsorgie!"
Bedenken wegen der Gefährdung von Tieren äußerte Angelika Stubrach. Georg Tamjano fragte nach dem Sinn des Atomausstiegs, wenn benachbarte Länder wie Frankreich und Tschechien ihre Atomkraftwerke ausbauen.
Albert Rubel wies darauf hin, dass die Windkraft sauberen Strom erzeuge. "Wir als Landkreis Kronach wären dumm, wenn wir uns die Chance entgehen lassen würden, um durch Bürgerwindkraftanlagen Geld in Form von Gewerbesteuern in die Kommunen zu spülen!"
Annette Schaumberg von der Energievision fragte, warum sich denn keiner aufrege, wenn Uran abgebaut werde und dabei ganze Dörfer verschwinden.
Der Betreiber der Windkraftanlage in Lauenhain, Marcus Hofmann, wies auf die Stromkosten hin. Derzeit liefere er seinen Strom und erhalte neun Cent pro Kilowatt. Liebe wäre es ihm, den Strom an die Bevölkerung für 9,1 Cent an die Bevölkerung zu verkaufen. Er sei überzeugt, dass der Wind keine teuren Rechnungen bringe.
Letztendlich forderte Degelmann die Bevölkerung auf: "Nehmen Sie das Schicksal Ihrer Region in die Hand und sorgen Sie dafür, dass der Frankenwald einen nachhaltigen Schritt zur Energienutzung macht."