Kraft trifft auf Fingerspitzengefühl, als Michael Fischer, Stephan Haasner, Gerhard Gottschling, Valerij Kazantsev und Jürgen Scherbel anpacken. Millimetergenau haben sie die Position ausgemessen, an der die Saugnäpfe an der Scheibe angebracht werden müssen. Dann hebt der Greifarm des Lastwagens langsam die 213 Kilogramm schwere Schaufensterscheibe an, die von den Handwerkern zu keiner Sekunde aus den Augen gelassen wird. So bugsieren sie das Glas in der Rosenau um die Ecke zur beschädigten Fensterfront, wo kurz zuvor die provisorische Sperrholzplatte demontiert worden war.

"Eine Gefahr ist es, mit dem Eck irgendwo ranzukommen", erklärt Jürgen Scherbel, dass die neue Scheibe leicht beschädigt werden oder gar springen könnte. Das Gleiche gilt beim Absetzen.
Dann dürfen die Stützen nur links und rechts im Außenbereich angebracht werden, denn in der Mitte könnte eine Unterlage ebenfalls zu einer Beschädigung führen. "Wichtig ist zudem die umlaufende Luft", erklärt Scherbel weiter. Das heißt, die eingesetzte Scheibe muss Spielraum haben, da das Glas und die umgebenden Materialen bei Temperaturveränderungen unterschiedlich "arbeiten".

Nach etwa einer Stunde ist es dann soweit. Die neue Scheibe ist an ihrem Platz, und die Redakteure haben endlich wieder einen freien Blick auf das Geschehen in Kronach.