Erst im Klassenzimmer, dann im Wechselunterricht und Homeschooling, nun in den verlängerten Ferien. Die Schüler erleben auch im Landkreis Kronach einen bewegten Jahresabschluss. Deshalb sollten sie zum Ende unserer Wochenserie "Bildung" selbst das Wort haben.

Zwei Schülerinnen der Klasse 8 a des Frankenwald-Gymnasiums haben sich getraut und schildern das Corona-Schuljahr ungeschminkt aus ihrer ganz persönlichen Sicht.

Und immer wieder ist es der 13.

Amelie Angles erzählt: Freitag, der 13. - wir erinnern uns: Das war der Tag im März, als die Schulschließung verkündet wurde. Und nun ist es der 13. Dezember, zwar ein Sonntag, doch wieder werden auch Schulschließungen verkündet.

Das öffentliche Leben wird größtenteils heruntergefahren. Eine Situation, vor der gewarnt wurde, seit der erste Lockdown schrittweise wieder aufgehoben wurde. Dass wieder Einschränkungen erlassen werden, war abzusehen. Ständig steigende Fallzahlen, steigende Belegungen der Intensivbetten, steigende Inzidenzwerte nicht nur in Großstädten, sondern auch hier bei uns auf dem Land, all das zeigt, dass die Lage immer ernster wird. Nun also wieder Heimunterricht.

Ganz andere Situation

Meine Gefühlswelt sieht diesmal ganz anders aus als beim ersten Lockdown im März. Damals überwog doch erstmal die Freude: "3 Wochen keine Schule!" Und danach gleich Osterferien.

Doch diese Freude legte sich sehr schnell. Alleine zuhause lernen, ohne Hilfe der Lehrer oder Klassenkameraden, das verlangt viel Selbstdisziplin. Und meine Eltern kamen als Ersatzlehrer auch schon mal an ihre Grenzen. Aber auch die Isolation, getrennt von meiner Klasse und meinen Freunden, machte mir zu schaffen.

Nun kommen neue Ängste hinzu: Wie lange wird es diesmal dauern? Werden wir unseren Schulstoff schaffen? Wann sehe ich meine Lehrer und Freunde wieder? Wie geht es überhaupt weiter?

Wechselunterricht - das war ok

Gewünscht hätte ich mir Wechselunterricht. Immerhin drei Tage fand dieser auch für meine Klasse statt, diesmal im täglichen Wechsel. Das hieß für uns, wir sahen immerhin einen Teil unserer Mitschüler und unsere Lehrer jeden zweiten Tag. Das finde ich viel besser, da dann das "Feriengefühl", jede zweite Schulwoche im Homeschooling, vermieden wird. Der persönliche Kontakt mit den Lehrern ist so wichtig, ist er doch hilfreich, um viele Dinge besser zu verstehen. Lieber schleppe ich zusätzliche Kleidung mit in mein kaltes Klassenzimmer und nehme auch die Maske ohne Murren hin.

Auch die Abstandsregeln und die zahlreichen Hygienevorschriften gehörten inzwischen für uns zum Alltag. All dies ist viel besser als Schule daheim. Letztendlich ist aber natürlich ausschlaggebend, ab wann es unverantwortlich wird, uns der Ansteckungsgefahr weiter auszusetzen.

Es gibt eine Studie der Universitätsklinik Leipzig, dass Schulen keine Infektionsherde sind, ein gewisses Risiko bleibt aber immer. Daher vertraue ich einfach darauf, dass die Verantwortlichen die richtigen Entscheidungen getroffen haben und wir auch diesmal die Situation meistern werden.

Meine Schule hat ihre Hausaufgaben gut gemacht und die ersten Tage im Homeschooling laufen auch wegen des Einsatzes von Microsoft Teams viel innovativer und somit besser als im ersten Lockdown. Dennoch freue ich mich jetzt schon auf ein Wiedersehen im Klassenzimmer und auf den Tag, an dem die Schulöffnungen verkündet werden. Vielleicht auch an einem 13.?

Nelly Scherbel erzählt: Da gibt es ein neues, unbekanntes Virus, wahrscheinlich eine Art von Sars, aber das ist nicht in Deutschland. Alles gut! - Stand Februar. Die damaligen 7. Klassen kamen gerade vom Skilager aus dem Bayerischen Wald zurück, und dann das: Erste Geschäfte und Skigebiete wurden geschlossen. Es herrschte Lockdown. Was zur Hölle ist ein Lockdown?!

Wir wussten alle nicht, was Corona ist oder inwieweit das die Zukunft bestimmen würde. Es hieß: Vorsichtig sein! Ich persönlich dachte, dass Covid-19 wahrscheinlich ein gar nicht so großes Thema werden würde. Tja, knapp daneben. Dann kam alles sehr schnell für uns Schüler. Zack. Corona in Deutschland. Zack. Lockdown. Zack. Distanzunterricht.

Wie funktioniert das jetzt? Wie bekomme ich nun meine Noten? Wann können wir wieder in die Schule? Alles Fragen, auf die uns zunächst keiner eine Antwort geben konnte. Der Schultag am Montagmorgen begann damals, im zweiten Halbjahr des vergangenen Schuljahres, ganz anders: Blick auf den Schulmanager oder ins digitale Postfach. Dort bekamen wir alle Arbeitsaufträge für die Woche. Manche bekamen wir auch noch später in der Woche, je nach Stundenplan. Ich erstellte mir dann einen Wochen-Kalender und druckte den jede Woche neu aus, damit dann alle Aufträge auf die Woche verteilt wurden. Die Menge an Arbeitsaufträgen und die Verständlichkeit des Themas oder der Aufgabenstellung hing erwartungsgemäß vom jeweiligen Lehrer ab.

Aber heute, etwas mehr als ein halbes Jahr später, ist das alles etwas anders: Jetzt gibt es an meiner Schule Microsoft Teams. Nach Stundenplan tauchen dort Aufgaben für die jeweiligen Fächer auf. Manche müssen wir bis zu einem bestimmten Punkt abgeben, manche nicht. In ein paar Fächern machen wir sogar Videokonferenzen, was ich wirklich super finde.

Ein wenig "normaler"

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kommt das dem "normalen" Unterricht schon sehr nah. Vor allem ist es stabil und zuverlässig. Das können in Bayern ja nicht alle Schülerinnen und Schüler derzeit von ihrem Distanzunterricht behaupten.

Die Routine mit Microsoft Teams hilft ungemein, denn man kann einfach auf die Uhr und auf den Stundenplan schauen und sofort weiß man, welche Aufgaben als nächste auf einen warten. Alles ist dadurch geordneter geworden. Da zudem (fast) alle Lehrer die gleiche Plattform verwenden, und man nicht jeden Morgen bis abends auf allen möglichen Plattformen nachschauen muss, ob denn schon ein Arbeitsauftrag da ist, bin ich ein echter Fan dieser Art der Digitalisierung geworden. Das Experimentieren bei solchen Programmen macht richtig viel Spaß.

Im privaten und analogen Leben ist es da natürlich schon ein wenig komplizierter: Es fehlen mir schlichtweg die zwischenmenschlichen Kontakte. Die Frage bleibt: "Und selbst wenn wir uns richtig verhalten - verzieht sich das blöde Virus auch bald wieder?" Ich schreibe das alles hier im "Lockdown 2" in der Weihnachtszeit - und Weihnachten ohne Familie ist doof. Aber wenn wir jetzt auf die großen Feiern verzichten, dann gibt es hoffentlich keinen Lockdown 3 und wir können später alle zusammen feiern. Darauf freue ich mich schon jetzt.