Voll konzentriert setzt Max Kaiser einen Ziegelstein neben den anderen auf das Mörtelbett. Sorgsam verfüllt er mit der Kelle Mörtel in den Zwischenräumen und klopft im Anschluss die Steine mit dem Gummihammer fest. Die Ausrichtung der Steine prüft er mit der Wasserwaage: Passt, wackelt und hat Luft!

Die Mitarbeiter der Firma Otto Mühlherr sind voll des Lobes für den Schüler der Mittelschule Windheim. Strahlend verrät er: "Ich möchte beruflich in diese Richtung, auf jeden Fall möchte ich etwas mit meinen Händen schaffen." Jetzt möchte er bald ein Praktikum machen.

Konkrete Vorstellungen

Auf der Suche nach Praktikumsplätzen sind auch Mohammed und Raphael. Die beiden Neuntklässler der Maximilian-von-Welsch-Realschule interessieren sich für die Sparkasse, die Justiz, das BRK und das Finanzamt. Schon recht konkrete Berufsvorstellungen haben auch die fünf Mädchen der Mittelschule Pressig und Windheim, die sich gerade von Gabriele Riedel das neue Online-Portal "KarriereClick" des Landkreises Kronach erklären lassen. Miriam zieht es in die Justiz, Marianne in die Altenpflege, Vanessa und Isabell möchten in ein Büro und Lena will als Erzieherin in einem Kindergarten arbeiten.

"Mit 89 Ausstellern erfährt die zehnte Ausbildungsmesse nochmals eine Steigerung", freute sich der Geschäftsführer der Wirtschafts- und Strukturentwicklungsgesellschaft, Wolfgang Puff. "Es wären locker 120 Firmen geworden, wenn wir Platz gehabt hätten", erklärte er. Die Tatsache, dass die Ausbildungsmesse erstmals nicht mehr als Pflichtveranstaltung für Mittelschulen galt, sah er unkritisch: "Wer Interesse hat, kommt. Für die anderen macht sie eh keinen Sinn."

Erstmals 15 Vorträge rund um die Berufswahl

Einige Schulleiter konnte Puff begrüßen, ebenso Vertreter von Industrie und Handwerk sowie aus der Kommunalpolitik. Er dankte allen, die zur Realisierung der inzwischen zehnten Messe dieser Art beigetragen hatten. Ein großer Dank galt auch dem Beratungslehrer der Siegmund-Loewe-Realschule, Ralf Müller. Auf seine Idee hin wurden heuer erstmals 15 sehr interessante Vorträge über Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsbilder in der Region angeboten.

Aufgrund des großen Zuspruchs wird die bislang alle zwei Jahre gehaltene Ausbildungsmesse ab sofort jährlich stattfinden. Damit kommt man dem Wunsch der Aussteller nach, die sich auch heuer bei der Gestaltung ihrer Infostände viel Mühe gegeben hatten. Die Betriebe und Institutionen waren fast durch die Bank mit eigenen Auszubildenden vertreten. Diese gaben die in ihrem Betrieb und der Berufsschule erworbenen Kenntnisse weiter und erzählten bereitwillig aus ihrem Berufsalltag.

Aber auch viele Chefs, Ausbilder und Verantwortliche aus dem Personalwesen beantworteten unzählige Fragen. Die Schüler konnten sich so individuell informieren und Kontakte knüpfen.

Es gab auch was zu gewinnen

Die Aussteller hatten verschiedene Gewinn- und Schätzaufgaben, Wettbewerbe und kleine Geschenke vorbereitet. Bei der Firma Rebhan Kunststoff-Verpackungen konnten Photobox-Bilder gemacht werden, während sich alle Nachwuchs-Baggerfahrer an einem Simulator der Rohrbaufirma Karl Krumpholz erproben konnten. Andere Firmen zeigten eigens für die Messe gebaute Ausstellungsstücke.

Am Ende zogen Aussteller wie Besucher ein rundum positives Resümee. Auch 2019 soll es wieder eine Ausbildungsmesse geben.