Evangelische Kirche: Christus hat den Tod besiegt
Die bestbesuchten Gottesdienste sind die am Heiligen Abend. Dennoch ist nicht Weihnachten, sondern Ostern das Hauptfest der Christenheit. Ostern ist das ältere Fest, im zweiten Jahrhundert entstanden, während das Weihnachtsfest erst im vierten Jahrhundert hinzukam. Ich will Weihnachten nicht schmälern, vielmehr Ostern stärken. Denn es würde kein Mensch mehr von einem in Bethlehem geborenen Kind reden, keiner von einem auf Golgatha gekreuzigten Jesus sprechen, wenn das Grab nicht leer gewesen wäre, wenn das Unbegreifliche nicht geschehen wäre. Als Jesus auferstand, fiel ein neuer Blick auf sein Leben davor; da begriffen die Menschen die Bedeutung seiner Geburt. Weil Jesus auferstanden ist, feiern wir Weihnachten. Darum lasst uns auch kräftig Ostern feiern. Ostern bedeutet: Der Tod trägt nie den Sieg davon, sondern das Leben durch Christus, der auferstanden ist. Auch wir werden leben. Der Auferstandene sagt uns: "Fürchte dich nicht". Lasst uns Ostern liebevoll gestalten mit der Feier der Osternacht, mit Posaunenklängen auf dem Friedhof und in Kirchen, mit Osterkerzen und Liedern, mit bunten Eiern und gebackenen Osterlämmern mit Siegesfahne. Christus hat den Tod besiegt. Er lebt. Darum singen wir an beiden Festen: "Halleluja".

Dorothea Greiner, Regionalbischöfin




Katholische Kirche: Ostern, das Fest des Lebens
Ostern ist Hoffnung auf das ewige Leben, aber noch mehr Forderung für die Gegenwart! Die Auferstehung Jesu verheißt allen Menschen Leben nach dem Tod und fordert für alle Leben vor dem Tod. Ostern gibt es nicht ohne den Karfreitag und der Karfreitag ist ohne Ostern nur Katastrophe. Ostern ist Forderung Gottes, dass Verrat eines Menschen, wie es Judas tat, nicht sein darf, dass Verleugnung eines Freundes, wie Petrus sie beging, nicht geschieht, dass Menschen in den schwersten Stunden ihres Lebens nicht verlassen werden, wie es die Apostel taten. Ostern ist Forderung, nicht Menschen zu manipulieren, damit sie schreien: "Kreuzige ihn". Der Karfreitag deckt auf, zu was Menschen fähig sind und was nicht sein darf, weil Gott das Leben will. Aber könnte Gott Karfreitag nicht verhindern? Dafür müsste er dem Menschen die Freiheit nehmen und ihn damit abschaffen. Gott riskiert den Karfreitag. Er lässt sich aber auch nicht von seinen Plänen abbringen: Der Mensch soll das Leben haben. Ostern ist das Fest des Lebens, das singt: "Tod, du bist im Sieg verschlungen, und das Leben ist errungen, Alleluja! Jesus lebt...." (GL 861, 2. Strophe). Ostern ist Hoffnung auf das ewige Leben. Ostern gibt dem Leben vor und nach dem Tod Leben! Gnadenreiche Ostern!

Ludwig Schick, Erzbischof