Der 11. November ist ein Datum, da freuen sich nicht nur die Narren. Weil es da zu einem Treffen der besonderen Art kommt. Und das seit 28 Jahren. 1985 wurden zum ersten Mal Vorzeigefranken mit dem Frankenwürfel geehrt. Nicht von irgendwem, von den drei fränkischen Regierungspräsidenten höchstselbst. Warum? Die Ehrung dient sicher der Steigerung fränkischen Selbstbewusstseins. Was auch nötig ist angesichts eines permanent angespannten Verhältnisses mit anderen Völkerschaften im Freistaat, deren Name hier nichts zur Sache tut.

Das Frankenlied, quasi unsere Nationalhymne, ist schön anzuhören, aber nichts zum Anschauen. Dafür braucht es gestandene fränkische Charaktere - den gewürfelten Franken eben. Einmal gewürfelt, kommen sie jährlich in trauter Runde zusammen. Feiern die Neugewürfelten, und feiern ein wenig auch sich selbst. Eine familiäre Runde ist das, wenngleich die jedes Jahr größer und größer wird.

Und es gibt liebgewordene Rituale. Das Gansessen zum Beispiel. Fränkisches Federvieh, das mit fränkischem Rotwein genossen stets für gute Laune sorgt. Dem neugewürfelten Unterfranken Fredi Breunig hat das gleich gut gefallen. Trotz seines vollen Terminkalenders ließ er die versammelte Corona wissen: "Am 11.November bin ich ab sofort immer dabei."