Es fing an mit dem notorischen Autobahn-Drängler Felix Magath (geboren in Aschaffenburg), der jetzt seinen Führerschein abgeben muss. Gut, wenn man sein halbes Leben lang hinter Auf-der-linken-Autobahnspur-Schleichern über fränkische Autobahnen gezuckelt ist, entwickelt man eventuell das Bedürfnis, mal ein bisschen Druck zu machen. Eventuell auch, wenn man erst seit April in Franken ist. Eine Entschuldigung ist das aber nicht: Rote Karte für Felix Magath.

Auch das Wochenende war problematisch: KT (aus Guttenberg) gab bekannt: Er will nicht zurück in die Politik. Ich finde das ja gut, Arroganz gehört nicht auch noch honoriert! Aber die Masse der Menschen empfindet das wohl offensichtlich als Verlust. Enttäuschte Hoffnungen, nicht nur in Franken. Dabei hätten die frustrierten FDP-Abgeordneten doch so dringend eine neue junge Führungskraft gebraucht, nachdem sie die alte erfolgreich dekonstruiert haben!

Am größten Flop der Woche ist aber Thomas Gottschalk (geboren in Bamberg, aufgewachsen in Kulmbach) schuld. Wenn man sich durch die Werbung seiner neuen Show gekämpft hatte, stellte man fest: Er redet nicht nur langweiliges Zeug, er sieht jetzt auch langweilig aus. Das liegt vermutlich daran, dass der Schneider noch einsam und alleine in seinem Atelier an Gottschalks Anzug bastelt (während dieser seine Form in voller Öffentlichkeit finden muss, ein Vergleich, den Thomas Gottschalk uns via "Bild" übermittelt). Die Folge: miese Einschaltquoten. Sogar in Franken. Soweit ist es schon gekommen.

Genauso abwesend wie KT war diese Woche auch Dirk Nowitzki (ehemals Würzburg) - in der NBA. Drei Spiele lang hat er ausgesetzt, auch heute wird er nur zuschauen. Warum sein Trainer gesagt hat, dass er ein Fitness problem hat, weiß er nicht. Er findet nämlich, dass er keines hat - es geht ausschließlich ums Knie. Und darum, sich nicht selbst hinein zu schießen. Ab Sonntag darf er wieder mitspielen - Franken tobt. Eventuell aber auch nur wegen der schlechten Fernseh-Werbung, in der er jetzt mitspielt. Damit du groß und stark wirst, oder so ähnlich. Unterirdisch!

Noch unterirdischer war nur die "Ausrede der Woche" von Innenminister Hans-Peter Friedrich (Naila): Wenn man die NPD überwachen wolle, müsse man auch die Linke überwachen - denn hier gelte der Gleichbehandlungsgrundsatz. Entschuldigung, aber dafür gibt es keine Entschuldigung. Nicht mal, dass Herr Friedrich im fernen Berlin vor lauter Heimweh nach Franken keinen klaren Gedanken mehr fassen kann. Da wird man ja ganz froschgrün im Gesicht (wer diesen Witz nicht verstanden hat, kann gerne hier nochmal nachlesen).

Nur ein Fürther kann Frankens Image retten

Die Ehrenrettung für Franken kommt aus Fürth: Dort wurde 1897 Ludwig Erhard geboren. Der ist zwar schon tot, aber ohne seine Vorarbeit an der sozialen Marktwirtschaft hätte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in dieser Woche nie den Fiskalpakt ausdenken können, der die Euro-Zone (nun aber wirklich) retten soll. Das ist doch schon was! Falls Sie mehr dazu wissen wollen, kann ich Ihnen einen Artikel in der "Zeit"sehr empfehlen!

Fazit: Wenn Sie in nächster Zeit einen Besuch im Außerfränkischen planen, werden Sie nicht müde zu betonen, dass Erhard Franke war und gerade die EU rettet. Ansonsten könnte sich ein falsches Bild von Franken in der Welt festsetzen. Und das wollen wir ja nicht!

P.S.: Ich weiß, jetzt regen Sie sich wieder auf, weil ich über das zeitgenössische Franken lästere. Aber wissen Sie was? Ich will eigentlich nur davon ablenken, dass der schwäbische Seitenbacher-Mann eine neue Radio-Werbunghat. DIE IST SO SCHRECKLICH, DA KÄMEN NICHT MAL 100 VERRÜCKTE FRANKEN GEGEN AN! Aber einen Versuch war es wert! Ich fürchte, er ist gescheitert.