Die Volksparteien sind tot - das dürfte wohl das deutlichste Ergebnis dieser Bundestagswahl 2021 sein. Der 20. Deutsche Bundestag ist keiner mehr, der von zwei großen Parteien und einer bis mehreren kleinen Parteien geprägt wird. 

Wir sind in einer politischen Landschaft angekommen, in der es keine Lager gibt, so sehr die Union dies auch in ihrem Wahlkampf herbei fabuliert hat. Nach der Wahl sind mehrere Koalitionen möglich. Welche davon einen "Linksrutsch" darstellt? In den Fieberträumen der abstürzenden Union wahrscheinlich jede, an der sie nicht beteiligt sind. 

Die Zukunft gehört bunten Bündnissen

Die Zugewinne der SPD täuschen nicht über den Fakt hinweg, dass keine Partei auf absehbare Zeit deutlich über 30 Prozent oder gar an die 40 Prozent hinter sich vereinen wird. Diese Zeiten sind vorbei und sind Material für das politische Museum. 

Die Realität des 21. Jahrhunderts heißt: Dreier-Koalitionen sind eher die Regel als die Ausnahme und die Frage nach heute wird sein: Ampel oder Jamaika (oder Schwampel, wenn man unbedingt reimen will)? Klar ist, dass sich die politische Landschaft verändert und das ist für viele Menschen in Deutschland, die offenbar einer CDU-geführten Regierung müde waren, eine gute Nachricht. 

Es ist Zeit für Veränderung und diese wird kommen, in welcher farblichen Konstellation auch immer - so viel ist sicher. 

 

Vorschaubild: © Monika Skolimowska (ZB)