Vier Tage vor dem mit Spannung erwarteten Wahlsonntag besuchte mit Anton Hofreiter der Vorsitzende der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag das Weingut von Bio-Winzer Manfred Rothe in Nordheim. Auch er und die Winzer an der Mainschleife rüsten sich gerade für wichtige Dinge. Die Weinlese hat gerade im Winzerdorf begonnen.

Hofreiters Besuch war über Bioland, dem größten Verband für ökologischen Landbau in Deutschland, zustande gekommen. In dem Verband sind Qualitätserzeuger von 8 500 Betrieben aus ganz Deutschland, aus den Bereichen Landwirtschaft, Gemüsebau, Imkerei und Weinbau und vielen mehr. Zu diesen gehört auch das Weingut Rothe, das seine gesamten zehn Hektar Weinberge seit Jahren ökologisch bewirtschaftet. Das Thema des prominenten Besuchs lautete "Chancen und Herausforderungen des Biolandbaus."

Exkursion in die Weinberge

Dass Toni Hofreiter längst ein einflussreicher Mann im Politikgeschäft ist und vielleicht bald in der vordersten Reihe im Land steht, das wissen Artur Steinmann und Hermann Schmitt von der Spitze der Fränkischen Winzer. Wohl auch deswegen waren der Präsident und der Geschäftsführer des Fränkischen Weinbauverbandes ebenso zum Termin nach Nordheim gekommen.

Dort stellte Manfred Rothe zunächst seinen Betrieb mitsamt seiner Philosophie vor. "Das ist total spannend, ich besuche gerne Betriebe, wo besonderer Wert auf die Produkte gelegt wird", zeigte sich Hofreiter interessiert. Die Exkursion ging in einen der Weinberge. Über Bewässerung, Klimawandel und manch anderes tauschten sich die Fachleute aus, auch kritisch, wie über die Preisdruck., wurde sich zum teil auch kritisch ausgetauscht.

Besonders beeindruckte den Grünen-Politiker und studierten Biologen vor allem der Untergrund, auf dem die Reben wachsen. "Das ist ein super Boden, das sieht man einfach", lobte Toni Hofreiter und ließ die Erde durch seine Finger gleiten.

Er sei Riesling-Fan, in Franken möge er auch den Silvaner, so Hofreiter. "Wenn man hier ist, entdeckt man viel spannende Sachen". Besuche vor Ort mache er gerne, das sei ihm wichtig. Als Politiker könne er nicht nur die Rahmenbedingungen festlegen. Sondern man müsse vor Ort sehen, wie das Ganze funktioniere. Gerade kurz vor der Bundestagswahl könne er schauen, wie man ankomme. Aktuell habe er "ein gutes Gefühl" habe, was das Ergebnis seiner Grünen betrifft.

Schließlich durfte sich Anton Hofreiter noch im Goldenen Buch der Gemeinde Nordheim verewigen. Bürgermeisterin Sibylle Säger hatte es eigens geholt für den Gast. Sie, wie auch Weingutsbesitzer Rothe, waren angetan von Hofreiters Besuch. Das sei "schon eine Wertschätzung, für uns als Gemeinde, aber auch für den Weinbau, und vor allem den Bio-Weinbau", meinte Bürgermeisterin Säger.